Lesermeinung

Zu „Schlüsseljahr der neueren Zeit“ vom 12. Januar:

1968, das war ein turbulentes Jahr! Damals war ich, 29-jährig, Gemeindediakon in einer evangelischen Kirchengemeinde in Württemberg. Mit Religionsunterricht und Jugendarbeit beauftragt erlebte ich die aufregenden Ereignisse, an die sie in Ihrer Zeitung erinnern. Zum Beispiel Jugendarbeit: Sollte man biblische Verkündigungen beibehalten, oder einfach aufgeben? So manche waren fürs Aufgeben. Noch andere Streitpunkte könnten erwähnt werden.

Schon Jahre zuvor hatten wir im Rahmen der kirchlichen Ausbildung diskutiert: moderne Literatur etwa Kafka, Brod, Böll, Frisch. Philosophie, Kant, Hegel, Marx, Nietzsche, Sartre, Camus. Theologie, Bultmann, Fuchs, Käsemann, Zahrnt und Metzger. Diese Vorkämpfer lieferten auch den Zündstoff für die 1968er-Revolte. Seit etwa 1700 bahnten Aufklärung, Rationalismus und Marxismus den Weg für das, was heute auf uns zukommt. Christen ist es wichtig zu prüfen, ob geistige Bewegungen vor Gott recht oder unrecht sind.

Mir selbst wurde die biblische Botschaft immer wertvoller und gewisser. Es gibt meines Erachtens keine echten Beweise gegen die Bibel. Eine Grundwahrheit: Wir Menschen, so unser Glaube als Christen, sind wegen unserer Sünde von Gott getrennt, von der Quelle des Lebens abgeschnitten (Psalm 36,10). Mir wurde klar, dass Jesus für meine/unsere Schuld am Kreuz gestorben ist. Das ist rational nicht ohne Weiteres zugänglich. Doch, können wir unser Dasein rational begreifen? Wer will, kann umkehren und Gottes Gnadengeschenk annehmen.

© Gmünder Tagespost 16.01.2018 19:26
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Kommentare

Frieder Kohler

"Mir wurde klar, dass Jesus für meine/unsere Schuld am Kreuz gestorben ist. Das ist rational nicht ohne Weiteres zugänglich. Doch, können wir unser Dasein rational begreifen? Wer will, kann umkehren oder vor seiner Entscheidung lesen:

http://www.deutschlandfunk.de/gestorben-fuer-unsere-suenden.1148.de.html?dram:article_id=180535 

...denn die Diskussion um den Sühnetod ist  auch eine Diskussion ums Menschen- und ums Gottesbild, das von der Bibel vermittelt wird: "Es gibt meines Erachtens keine echten Beweise gegen die Bibel" - "echte" Beweise?