Lesermeinung

Zu unserem Bericht „Grill rudert zurück: doch keine Demo“.

Wie vom Donner gerührt war ich nach der Lektüre des Berichts, in welchem Ungeheuerlichkeiten gewollt (oder wenigstens angedacht) ausgesprochen wurden.

Nach wie vor gilt der Hauptsatz der Demokratie, nach dem die Mehrheit bestimmt und die Minderheit dies zu akzeptieren hat.

Wenn dieser Hauptsatz gleich von zwei lange gedienten Gemeinderäten ignoriert wird, so lässt dies tief blicken.

Schon die Planung einer Demonstration gegen einen rechtskräftigen Gemeinderatsbeschluss durch Gemeinderäte, die an diesem Beschluss mitgewirkt haben, werte ich als einen Akt der Selbstüberschätzung, des Größenwahns. Dies wäre eine erste Möglichkeit, ein allgemeines Kopfschütteln zu provozieren, ja, zu begreifen.

Als zweite Möglichkeit sehe ich eine Unkenntnis von Selbstverständlichkeiten der Demokratie. Und dass Stadtrat Franz Josef Grill dann doch rechtzeitig eingeknickt ist, das werte ich nicht als einen Akt der Einsicht. Eher vermute ich, dass der Oberbürgermeister ihm abgeraten hatte. Denn: Eine Rüge und das Verbot der geplanten Demonstration durch denselben Oberbürgermeister wäre wohl das Mindeste gewesen.

Meine persönliche Meinung: Jeder blamiert sich eben so gut er kann.

© Gmünder Tagespost 19.04.2018 18:55
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