Lesermeinung

Zum Bericht „Weder arm noch arbeitslos“ vom 22. Februar

Wer die zurückliegenden Wahlen in Ruhe analysiert hat, den wird das Ergebnis der jetzt veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kaum überraschen: Die Wähler der AfD sind alt und kommen aus strukturschwachen, ländlichen Gebieten. Eben diese alten Leute aus dünn besiedelten Gebieten haben diese diffuse Zukunftsangst, die letztendlich zu rechtspopulistischem Wählerverhalten führt. Man kann dies weltweit erkennen, von der Wahl Trumps bis zum Brexit. Österreich ist da keine Ausnahme. Laut einer Studie des österreichischen Instituts für Familienforschung vom November 2005 wird im Nachbarland eher die Altenbetreuung zum Problem als die Migration. Vor diesem Hintergrund verwundert es kaum, dass eben dieses rechtspopulistische Wählerverhalten der Alten deren Parteien entgegen dem erklärten Willen der Jungen zu ungeahnten Höhen treibt.

Was kann man dagegen tun? Man muss sich meiner Meinung nach mehr auf die Jüngeren konzentrieren. Muss deren politisches und Geschichtsbewusstsein stärken, in deren Infrastruktur investieren. Nur so kann und wird man Erfolg haben. Dann macht es auch nichts aus, wenn die alten Bruddler weiter ihr Kreuz bei den rechtspopulistischen Parteien machen, weil man „halt schon immer rechts gewählt hat“.

© Gmünder Tagespost 27.02.2018 16:57
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