Lesermeinung

Zum Bericht „Wiege des Wintersports in Essingen“, SchwäPo vom 4. Juni:

In den neuen Räumlichkeiten des Essinger Dorfmuseums befindet sich seit Sonntag auch eine noch im Aufbau befindliche Abteilung Wintersport. Ich begründete dies bei meiner Einführungsrede mit einem geschichtlichen Zusammenhang, gilt doch Essingen als Wiege des Wintersports in Württemberg. Dies schien im Zuhörerkreis als wohl so übertrieben/unglaublich, dass ich eine Stimme vernahm: “im Kreis!“ Sie bestimmte dann wohl die Berichtsüberschrift in der SchwäPo vom 4. Juni, lautet sie doch: “Essingen als Wiege des Wintersports auf der Ostalb“.

Nach meinen Quellen – Albvereinsblätter Jahrgang 1895, Scheuthle in der Göppinger Zeitung Nov. 1912 und besonders G. Wiedmann „Alte Geschichten aus Essingen“, S. 120-124 – ist und bleibt Essingen die Geburtsstätte des Skilaufs in Württemberg. Danach brachte die norwegische Frau von Pfarrer Gerok mit ihrer Aussteuer 1893 ein Paar Birkenskier aus ihrer Heimat. Im Winter 1895 ließ der Pfarrer dann drei Paar nachkommen, um mit seinen Freunden Hartmann und Scheuthle von den Hängen am Theußenberg und von der Wiere “pfeilgeschwind ins Tal zu sausen“. Als Skistock diente dabei eine lange Stange, die Bindung war eine Selbstkonstruktion vom Sattlermeister Wirth.

Gerok, Hartmann und Scheuthle gelten somit als die ersten Skiläufer in Württemberg und trugen zur “schönsten und genussreichsten aller Leibesübungen“, so Scheuthle in der Göppinger Zeitung Nov. 1912, bei.

© Gmünder Tagespost 05.06.2018 11:22
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