Lesermeinung

Zum Parteitagsbeschluss der SPD für eine GroKo:

Das Volk kann wählen, was es will – es bekommt derzeit wohl immer CDU mit SPD. Ich habe es noch genau im Ohr: „Kein weiter so“ – „Ab morgen gibt es auf die Fresse“ – „Die GroKo ist abgewählt“ – „Wir haben verstanden“ – „Die SPD geht in die Opposition „ - „Herr Schulz wird nicht in ein Kabinett Merkel eintreten“ – „Wir müssen die Wähler mitnehmen“. Vertrauen in Politiker? Schlicht nicht mehr vorhanden. Es wird nicht das Beste für Land und Volk gesucht, sondern das eigene Überleben von Person und Partei steht im Vordergrund. Und auf der Fahne steht „Verantwortung für Volk und Staat“.
Der Staat würde nicht kollabieren, aber die Angst vor Neuwahlen ist groß. Es werden bescheidene Jahre werden und dann wird es wieder einen Knall geben. Wir haben so gewählt, dass es eine Veränderung geben musste. Und was bekommen wir jetzt? Damen und Herren, die wir zur Genüge kennen und die leider nicht in der Lage sind, Neues in die Wege zu leiten. Wie sonst kann man uns ein 48 prozentiges Rentenniveau als Erfolg verkaufen und den Klimaschutz gleich komplett entsorgen und Herr Schulz redet von Vereinigten Staaten von Europa bis 2025.
Wir sind doch nicht blöd. Was erlaube Schulz, würde Trapatoni sagen. Die SPD hat Angst vor einem radikalen Schnitt und Neuanfang, um damit auch gleich die Kanzlerin zu entsorgen, denn auch die CDU braucht einen Neuanfang. Und die CSU lässt mal wieder den Maut-Dobrindt auf uns los, und der redet von einem Zwergenaufstand. Dabei ist sie doch selbst einer. Sollen sie doch mal deutschlandweit antreten. Es wird Zeit. 50 Jahre nach 1968 brauchen wir einen neuen liberalen Aufbruch. Denn nach zwölf Jahren Merkel-Regierung müssen endlich die offenen Baustellen angegangen werden. Die Wirtschaft brummt zwar. Die Gewinne stimmen. Geld wird verteilt. Es geht voran mit Deutschland, aber keiner weiß wohin. Angeblich wartet laut Frau Merkel die Welt nicht auf uns. Ein Schiff braucht einen klaren Kurs und den sehe für Deutschland derzeit nicht. Heinrich Heine würde sicher wieder sagen: „Denk ich an Deutschland in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht.“

© Gmünder Tagespost 22.01.2018 21:03
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