Lesermeinung

Zum Schuljahrsbeginn:

Ein paar Gedanken zum Schuljahresbeginn und hehren bildungspolitischen Zielen: Unsere Kinder sollen leichter lernen, intelligenter werden – also „digitale Bildung“, immer mehr elektronische Medien, Tablets in die Grundschulen. Dahinter steckt der Gedanke, den Nachwuchs bestmöglichst auf eine schwierige Zukunft/Arbeitswelt vorzubereiten. Oder ist etwa gar das Gegenteil der Fall? Sind Computer die besseren Lehrer? Stehen Lehrer als Lernbegleiter nur noch vor digitalen Wandbildern oder organisieren, wer in welcher Ecke welche Aufgaben erledigen soll?

Tatsache ist aber: Die Sprachentwicklung wird gehemmt, Sprechen und Lesen fällt immer schwerer - wer kann überhaupt einen Stift noch richtig halten und ein wenig fehlerfrei schreiben; Kopfrechen, was ist das denn?

Ein Trend, der sich in den letzten 25 Jahren laufend verschärft. Wird der Unterrichtsstoff noch verstanden? Eine Bezogenheit zur Natur, zum Gesicht des Gegenübers fehlen immer mehr. Zwischenmenschliche Kontakte müssen jedoch echt sein! Gemeinsames Leben und die Natur wird den Kindern immer fremder, ein spielerisches, lebendiges Miteinander immer mehr reduziert. Das „draußen“ – auf Bäume klettern, im Dreck und Fangen spielen…- bringt dem Gehirn für die Entwicklung unerlässliche Impulse. Zu viele elektronische Medien führen zur Schwächung jedes sozialen menschlichen Zusammenseins und notwendiger Strukturen wie denken, planen, handeln können.

Das wirkliche Leben ist völlig anders als die virtuelle Realität. Bedenklich: Kinder werden einsam, egoistisch, schwierig, konzentrationsunfähig, oberflächlich, gefühlsarm.

Freilich gehören die neuen Techniken in die Schule, aber mit Maß und Ziel und klaren Regeln. Es braucht vor allem einen gut strukturierten Unterricht und traditionelle Lehrmethoden, Lehrer formen Kinder auch durch ihren Umgang und beispielhaftes Verhalten.

© Gmünder Tagespost 11.09.2018 18:44
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