Lesermeinung

Zum Thema Diesel:

Man bekommt in diesen Tagen eine Gallenkolik, wenn man die Diskussion und Argumente über die Abgasmanipulationen an Dieselfahrzeugen und die Ahnungslosigkeit der Top-Auto-Manager hört. Man fragt sich allen Ernstes, wann geht es diesen Spitzenmanagern an den Kragen und werden sie zur Rechenschaft gezogen, denn seit zig Jahren handeln diese „Graswurzelkosmetiker“ nach dem 3-Affen-Motto: sie sehen nichts, sie hören nichts und sie sprechen nichts. Dabei ist es doch geradezu erschreckend, dass man bis heute nicht weiß, wie wirksam die Software-Updates wirklich sind. Hier ist der erste Ansatz, wo die Bundesregierung mit der Autoindustrie und ihren verantwortlichen Managern deutlicher und härter als bisher sprechen muss. Denn selbst vom Mond aus gesehen erkennt man bei den Auto-Managern, dass sie es mit der Wahrheit und Aufklärung des Dieselskandals nicht sonderlich erst meinen. Und dafür schuftet die Mercedes-Arbeiterschaft an 365 Tagen, damit ihr Ober-Chef Zetsche ein Jahresgehalt von 8,6 Millionen Euro erhält. Eine Umrüstung der Hardware ist längst überfällig, dabei hat wohl unstrittig die „schummelnde“ Autoindustrie die Kosten zu tragen und nicht der Autokäufer. Und nicht zuletzt muss und sollte der Staat öffentliche Verkehrsmittel stärker subventionieren und mit einer „konzertierten Aktion“ von Bund, Länder, Kommunen und Autoindustrie einen verlässlichen, nachhaltigen Luftreinhalteplan erarbeiten, weil die Gesundheit der Menschen oberste Priorität erhalten muss.

© Gmünder Tagespost 23.02.2018 21:40
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Kommentare

Frieder Kohler

"Lobbyreport 2017" (https://www.heise.de/tp/features/LobbyControl-Versagen-der-Grossen-Koalition-3751002.html) gelesen und weitergeleitet?

Der Einfluss-Apparat der Lobbyisten ist gewachsen, die Politik hält dem nicht Schritt oder hat gar nicht den Willen dazu. Ich zitiere nur wenige Zeilen und hoffe, dass sich die Angst der Leser*innen vor dem Wolf verlagert und die gefährlichsten Tierpfleger des Zirkus "Raubtierkapitalismus" erkannt und abgewählt werden:

"Der Bericht stellt der Großen Koalition in der sich Ende neigenden Legislaturperiode ein schlechtes Abschlusszeugnis aus. Es geht um Transparenz des Lobbyeinflusses und darum, klare Schranken zu setzen. Dafür gibt es sechs Bereiche, Ansatzpunkte sind: Wie erkennbar ist der Einfluss welcher Lobbygruppe, welchen Zugang hat wer zu welchen Politikern? Wie sieht es mit der Parteienfinanzierung aus? Mit Abgeordneten-Nebentätigkeiten? Bei der Mitwirkung von Gesetzen, die in Ministerien geschrieben werden? Wie werden Seitenwechsel geregelt?

Die Bereiche heißen demnach: Lobbytransparenz, Transparenz der Gesetzgebung, Parteienfinanzierung, Seitenwechsel, Nebentätigkeiten und Interessenskonflikte, Abgeordnetenkorruption. Zur Bewertung hat der Verein Lobbycontrol eine Ampel als Bild genommen. Sie zeigt "kein Mal Grün, dafür je dreimal Gelb und Rot".

Es darf kein "Weiter so" der alternativlosen Merkelpolitik geben, die Demokratie mit dem Anspruch eines Recht- und Sozialstaates ist längst gefährdet oder haben Sie durch "Dieselgate" die Bankenrettung und Cum-Ex u.v.a. Großbetrügereien mit den "Strafverfolgungshindernissen" vergessen?

Edgar Kuchelmeister

Richtig Herr Maier,

man fragt sich wofür diese Herrschaften das überzogen viele Geld bekommen, wenn Sie nicht wissen was in ihrem Laden los ist?

Entweder sind es schamlose Lügner oder unfähige Manager!

Leider verdient die Politik und der Staat ja kräftig mit bei der Automobilindustrie durch Anteile und durch Aufsichtsratspöstchen. Ein Schelm wer böses ahnt!

Achja, nicht zu vergessen die Arbeitsplätze! Wenn wir keinen Bückling vor den Managern machen, stehen WIR morgen alle auf der Straße und nicht die Manager (siehe Absatz 2).