Lesermeinung

Zum Thema Koalitionsverhandlungen in Deutschland und Österreich

Österreichs Politiker zeigen den Deutschen, wie es geht. Acht Wochen haben sie gebraucht, um ein Bündnis zu schmieden. Respektvoll konstruktiv, sachorientiert, unaufgeregt und zum Wohle der Bürger haben ÖVP und FPÖ eine Regierungskoalition geschmiedet.

Das ist der maximale Gegenentwurf zur deutschen Jamaika-Farce, die nicht einmal über Sondierungsgespräche hinausgekommen war. Nun soll die GroKo weiter regieren, die noch im September letzten Jahres vom Bürger abgewählt wurde. Machterhalt steht über Bürgerwille!

Fast fünf Monate sind seit der Bundestagswahl vergangen und es ist aktuell nicht absehbar, wann es eine neue Regierung gibt. Ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik! Sebastian Kurz (ÖVP), mit seinen 31 Jahren jüngster Regierungschef in Europa, zeigt Angela Merkel, wie es geht! Erfrischend anders hat sich unser Nachbarland aufgestellt, geradezu runderneuert nach Jahren.

Die große Koalition stand wie bei uns für Bürgerferne, politischen Stillstand und Machterhalt. Sebastian Kurz hat das ganze Land mutig umgekrempelt, während den Deutschen im September der letzte Wille fehlte, Angela Merkel abzuwählen. Aber niemand in der CDU/CSU hat den Mumm, es Kurz gleichzutun. Gegen den jungen, charismatischen Aufsteiger, der schon als charmanter, aber durchsetzungsstarker Außenminister aufgefallen war, wirkt Merkel wie ein Fossil.

Der Wähler hat die GroKo von CDU/CSU und SPD abgewählt und zwar deutlich, nicht zuletzt, weil Angela Merkel eine sozialistische CDU geformt hat. Der Erfolg der Konservativen in Österreich ist aber ein starkes Signal, auch für die EU, das längst nicht nur von Österreich ausgeht!

© Gmünder Tagespost 31.01.2018 22:11
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