Lesermeinung

Zum tödlichen Lkw-Unfall nahe Bartholomä am 11. Januar

„Auf dem Weg zu einem Rotkreuz-Einsatz in Heidenheim kam ich zufällig zu dem Lkw-Unfall auf der Landstraße 1162 zwischen Heubach und Bartholomä, bei dem ein 72-Jähriger aufgrund von plötzlicher Eisglätte ums Leben kam. Mit meinem privaten Rettungsrucksack eilte ich dem Fahrer zu Hilfe. Ein weiterer Autofahrer war bereits zu dem Fahrer in die Kabine geklettert, um Erste Hilfe zu leisten.

An dieser Stelle ein großes Lob an alle Beteiligten, die nicht nur zuschauten, sonder Hilfe leisten wollten. Auf meine Frage, ob bereits Hilfe gerufen worden ist, wurde das verneint, weil sich an dieser Stelle ein Funkloch befindet (und das im Jahr 2018!!!). Erst jetzt fuhr jemand nach Bartholomä, um die Rettungskräfte zu alarmieren. Hierbei verstrich unnötig Zeit! Leider hatten später auch die Rettungskräfte Probleme mit dem Funk.

Nach Rückfragen beim Landratsamt wurde mir bestätigt, dass es in diesem Bereich ein bereits bekanntes Funkloch gibt (an einer Stelle, an der es sehr oft Unfälle gibt) und dass man diesen Zustand nicht ändern könne.

Nach dem Verweis an die Björn-Steiger-Stiftung erhielt ich von dort die Nachricht, dass bis 2017 ein Notrufmelder im Bereich Fliegerheim Heubach stand. Wäre natürlich in diesem Fall auch zu weit weg gewesen. Es ist bekannt, dass die Notrufsäulen immer mehr verschwinden, da heute fast jeder ein Handy hat. Doch in Bereichen, in denen die Netzabdeckung fehlt, werden sie noch regelmäßig genutzt. Auch in ländlichen Gebieten mit Wald und auch wie hier, an einem Unfallschwerpunkt, fehlen diese inzwischen und das müssen die Menschen im schlimmsten Fall mit dem Leben bezahlen.

So wird das Leid verunfallter Menschen aus Kostengründen billigend in Kauf genommen. Und jeder, der schon einmal einen Notfall hatte, weiß, das in diesem Moment Sekunden wie Stunden vergehen bis endlich Hilfe da ist. Hiermit bitte ich die zuständigen Personen an dieser Stelle für eine Notrufsäule zu sorgen oder die Netzabdeckung entsprechend herzustellen.“

© Gmünder Tagespost 18.01.2018 19:33
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