Lesermeinung

Zur Bauernversammlung beim Kalten Markt:

Alle Jahre wieder das gleiche langweilige Ritual Bauernkundgebung. Ich frage mich, was diese dröge Zurschaustellung soll.

Die Abfolge ist immer die gleiche, man könnte die Aussagen des letzten Jahres einfach übernehmen.

Die Grußwortgestalter stellen sich selbst als die größten Förderer der Landwirtschaft dar. Und dann macht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Hubert Kucher, staatstragende Bemerkungen.

Beispiel: Die Zukunft ist ungewiss! Wir müssen uns gegen Mobbing in unserem Berufsstand wehren. Die „Anderen“ haben von der Landwirtschaft keine Ahnung. Im Nebensatz streift er noch die Ausgleichszahlungen (statt 10 v.H. will er ein Drittel) und vergisst die Bemerkung, dass es sich dabei um eine planwirtschaftliche Variante handelt.

Die Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, Friedlinde Hirsch (CDU) hat für kurze Zeit „gesteigerte Aufmerksamkeit“.

Allerdings stellt sich bald wieder der übliche Geräuschpegel ein, denn ihre Aussagen sind nur ein Sammelsurium von Allgemeinplätzen. Beispiel: Hochwertige Lebensmittel haben ihren Preis. Oder, der Jahresgewinn eines Bauernhofes beträgt etwa 50 000 Euro.

Ansonsten: Schmeicheleien in Richtung Landwirtschaft. Da frage ich mich allen Ernstes, weshalb die CDU-Landwirtschaftsstaatssekretärin mit dem CDU-Landwirtschaftsminister all diese Wohltaten nicht schon längst aus dem Füllhorn des Staatssäckels über die Landwirtschaft ausgeschüttet hat.

Zum Schluss noch etwas Nettes: Der Chor der Landfrauen war einmalig.

© Gmünder Tagespost 11.01.2018 16:55
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