Lesermeinung

Zur Diskussion „Öffnung der Schätteretrasse für Radfahrer“

Die Stadt und ihre Räte sind ratlos. Auch zwei „Runde Tische“ und zuletzt der „Technische Ausschuss“ im März haben keine realistischen Lösungsansätze für einen kombinierten Fuß- und Radweg. Nicht überraschend. Denn der Grüß-Gott-Weg kann das aufgrund seiner gedrängten / engen Einbindung in das Gelände nicht leisten. Die Geländeübergänge setzen natürliche Grenzen.

Selbst die angedachte mäßige Verbreiterung wäre unzureichend. Und dass Appelle jedweder Art (gegenseitige Rücksichtnahme und Ähnliches) an der Realität scheitern würden, ist auch nicht neu. Das sind schlicht Erfahrungswerte.

Man stelle sich folgendes auf der Trasse vor: Familien mit Kindern, Spaziergänger, betagtere Herrschaften, stramme Wanderer, Menschen mit Behinderung, Familien- und Freizeitradler sowie Etappenfahrer. Und besonders bei den Letzteren wird’s richtig problematisch. Sie sind sportliche, engagierte Radfahrer und – ohne es despektierlich zu meinen – „Kilometerfresser“, die vielfach in Gruppenformation unterwegs sind. Für sie wäre die Trasse nicht mehr als eine kurze, gefällige Durchgangsstation.

Was hieße das also: Wir hätten auf der Trasse ordentlich „Verkehr“ in beiden Richtungen mit mindestens vier bis fünf Geschwindigkeiten. An sich ist das schon Gefahrenpotenzial genug. Hinzu kommt noch das Weggefälle und der Abhang talseits. Dazu noch E-Bikes und Pedelecs als weiterem Gefährdungsfaktor. Da Fußgänger nun mal die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer sind, würde vorrangig Ihnen – schon aus Eigenschutz – die Rücksichtnahme zufallen. Der ungeschmälerte Freizeitwert wäre dahin und mehr „Sprungprozession“ angesagt. Viele würden und manche müssten gar, weil sie sich gefährdet sähen, anderweitig orientieren.

Den Königsweg gibt’s nicht, aber eine gute Lösung durchaus. Man überlässt die „Schätteretrasse“ den Fußgängern und ermöglicht den Zweirädern eine der Alternativen. Denn die gibt’s ja. Das wäre bürgernahe Politik bei gewichtetem Interessenausgleich, und nebenbei noch eine Menge Geld gespart.

© Gmünder Tagespost 09.04.2018 21:16
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Kommentare

christa klink

Stimmt!

tsh

Oder andersrum: die Schätteretrasse wird Radweg und die Fußgänger dürfen sich über die vielen, hochgelobten Alternativen freuen!