Lesermeinung

Zur Schätteretrasse:

Wem es bis dahin nicht klar war, der hat es am Freitag gesehen: Der einzig mit dem Rad befahrbare Weg auf das Härtsfeld (und von dort in das Tal) geht über die Schättere. Die vermeintlichen Alternativen eignen sich bergan wie bergab für sportliche Mountain-Bike-Fahrer, aber weder für Pendler, noch für Senioren, Radtouristen, Schüler oder gar Familien. Wer das leugnet, ist nie dort gewesen und schlecht informiert!

Nicht umsonst werden weltweit mit großem Enthusiasmus Bahntrassenradwege aus der Taufe gehoben, weil die gleichmäßige Steigung auch Radreisenden mit Gepäck und Kindern einen angenehmen Anstieg ermöglicht. Weltweit teilen sich Radfahrer und Fußgänger die Wege – nur in Unterkochen geht das nicht?

Am Bucher Stausee (wo oft noch mehr Betrieb ist) führt sogar ein offizieller Fernradweg am See entlang. Kein Problem, man achtet aufeinander und stimmt sich ab. Auch langjährige (40 Jahre!) „illegale“ Schättere-Radler berichten, dass es eigentlich im Alltag nie Schwierigkeiten gibt und man einander grüßend Platz macht. Und ehrlich: So viele Fußgänger, dass es eng werden könnte, gibt es nur wenige Stunden an sonnigen Wochenenden oder Feiertagen! Die meiste Zeit trifft man auf der Schättere nicht mehr als zwei Handvoll Fußgänger und Radler, die einander freundlich grüßend Platz machen. Soll also wegen weniger Stunden in der Woche den Ebnatern und Waldhäusern der einzige fahrbare Radweg von und nach Aalen die ganze Woche über (168 Stunden hat die Woche, Spazierbetrieb ist vielleicht zehn) verboten bleiben?

Vielleicht kann man einen Kompromiss finden wie „am Wochenende Schrittgeschwindigkeit“ oder (weniger „vorschriftig“) „nehmt Rücksicht aufeinander“? – Schön wäre es. für ganz Aalen – und ein Zeichen dafür, dass nicht alles immer bis ins Kleinste durch Verordnungen geregelt werden muss: Also liebe Gemeinderäte: Macht sie für alle auf, die Schättere! (Und gebt das Geld lieber für eine kurze Umfahrung am Tunnel aus, statt es an vielen Stellen kleinteilig im Wald zu verpulvern.)

© Gmünder Tagespost 15.03.2018 21:36
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