Die Ostälbler werden immer dicker

Im Ostalbkreis sind fast drei Prozent aller AOK-Versicherten adipös und haben zusätzlich Zucker.
  • Etwa 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sind stark übergewichtig. Wer sein Normalgewicht wieder erlangt und hält sowie sich regelmäßig bewegt, bei dem sind Medikamente oft überflüssig. Quelle: BVMed

Schwäbisch Gmünd/Aalen. Die Menschen auf der Ostalb werden immer dicker. Das zeigen Zahlen der AOK-Versicherten. Den Adipositas-Tag am Samstag, 19. Mai, nimmt die AOK Ostwürttemberg zum Anlass, um auf die Gefährlichkeit starken Übergewichts und dessen negative Auswirkungen auf andere Krankheiten hinzuweisen.

Ab einem Body-Mass-Index von 30 gilt der Mensch als extrem übergewichtig oder adipös. Eine andere Methode ist das Messen des Bauchumfangs. Ist dieser bei Frauen größer als 88 Zentimeter und bei Männer größer als 102 Zentimeter, ist das Risiko an Adipositas erkrankt zu sein, sehr hoch. Parallel dazu kommt es zu anderen Krankheiten – vor allem der Zusammenhang von Typ-2-Diabetes und Adipositas ist hierbei augenfällig: 2827 bei der AOK versicherte Menschen im Ostalbkreis leiden bereits an beiden Erkrankungen. Die Zahl derer, die an beiden Erkrankungen leiden, wächst zudem stetig – in den letzten drei Jahren um drei Prozent, heißt es in einer Pressemitteilung der AOK.

Das Zusammenspiel von Übergewicht und Diabetes verstärkt die Erkrankung: „Hohe Insulinspiegel setzen die Sensibilität und Dichte der Insulinrezeptoren und damit die Wirksamkeit des Insulins herab. Dadurch muss der Körper die Insulinproduktion weiter steigern,“ erläutert Sibylle Sauter, AOK-Ernährungsberaterin der AOK Ostwürttemberg. „Bauen Betroffene hingegen Übergewicht ab, sinken die Insulinspiegel wieder. Das kann dazu führen, dass sich der Zuckerstoffwechsel normalisiert. Bei Typ-2-Diabetikern, denen es gelingt, ihr Normalgewicht zu erlangen und zu halten sowie sich regelmäßig zu bewegen, sind Medikamente oft überflüssig.“

Etwa 80 Prozent aller Typ-2-Diabetiker sind stark übergewichtig. Adipositas und Bewegungsmangel sind entsprechend die entscheidenden Risikofaktoren für die Entstehung von Typ-2-Diabetes, fälschlicherweise im Volksmund „Altersdiabetes“ genannt. Weitere Risikofaktoren sind eine fett- und zuckerreiche Ernährung mit wenig Ballaststoffen, Rauchen und genetische Vorbelastungen.

Die AOK weist darauf hin, dass die an einem Typ-2-Diabetes Erkrankten häufig über Jahre nichts davon bemerken. Mögliche Beschwerden sind starkes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit und Antriebsschwäche, Übelkeit und Schwindel. Ist der Blutzucker stark erhöht, kann es bis zur Bewusstlosigkeit kommen, dem so genannten diabetischen Koma.

Für eine entsprechende Diagnose nennt die AOK Ostwürttemberg den Hausarzt als erste Anlaufstelle. Auch die Gesundheitskasse kann Betroffene unterstützen. „Wir bieten bei der AOK auch Beratungsgespräche zur Ernährung und passende Kochkurse an“, sagt Sibylle Sauter. „Denn statt einer Diät hilft langfristig nur eine Ernährungsumstellung, um erfolgreich das Gewicht zu reduzieren.“

© Gmünder Tagespost 18.05.2018 07:32
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