Steigenden Heizkosten begegnen: Heizung modernisieren und sparen

Heiztipps und Anbieterwechsel sind effektive, wenn auch aufwendige Maßnahmen, um Heizkosten zu sparen und steigenden Energiekosten entgegenzuwirken. Langfristig zahlen sich jedoch nur eine Sanierung der Heizung und des Hauses aus. Experten meinen, dass Hausbesitzer und Eigentümer durch eine Heizungsmodernisierung langfristig Heizkosten sparen können. Der Austausch einer alten, energiefressenden Nachtspeicherheizung gegen eine energieeffiziente Elektroheizung ist beispielsweise eine effektive Maßnahme, um die Energiekosten zu senken. Ebenso die energetische Haussanierung älterer Häuser. So zeigt der aktuelle Heizspiegel des Deutschen Mieterbundes, dass sich die Heizkosten deutscher Haushalte im Vergleich stark unterscheiden, was vor allem durch den Sanierungsstand von Haus und Heizung bedingt wird.

Die beste Zeit, um über eine Heizungsmodernisierung und Haussanierung nachzudenken, ist es, wenn in Zukunft steigende Energiekosten erwartet werden. Tatsächlich werden in Deutschland in den nächsten Jahren steigende Preise für Brennstoffe prognostiziert: Während die Heizkostenabrechnung 2016 für viele Haushalte noch geringer als im Vorjahr war, erwartet der Deutsche Mieterbund 2017 einen Anstieg der Kosten für Fernwärme, Öl und Erdgas um mindestens zwei Prozent. Auch die Kosten für andere Brennstoffe nehmen zu: So waren die Stromkosten 2017 bereits auf einem Rekordhoch und werden voraussichtlich im kommenden Jahr den Rekord halten.

Hohe Einsparungen durch eine Haussanierung

Bevor an eine Heizungsmodernisierung gedacht werden kann, sollte der Sanierungsstand des Hauses überprüft werden. Denn der Energiekostenverbrauch misst sich vor allem an der Dämmung des Gebäudes. Je nach Art des Hauses und dem vorhandenen Heizsystem können durch eine professionelle Haussanierung bis zu 80 Prozent Heizkosten eingespart werden. Trotzdem werden die Auswirkungen des Sanierungsstands des Hauses von Hausbesitzern und Verbrauchern immer noch unterschätzt und vernachlässigt. Und das kostet im Monat viel verheiztes Geld.

Um eine optimale Energieeffizient zu erreichen, sollten energetische Schwachstellen wie Hausfassade, Türen, Fenster und Dachstuhl in einer Bestandsanalyse ermittelt und saniert werden. Eine Haussanierung kann sich der Hauseigentümer sogar vom Staat fördern lassen. Seit einigen Jahren gibt es verschiedene Förderungsprogrammefür eine energetische Haussanierung, beispielsweise von der KfW-Bankengruppe, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie von Ländern, Kommunen und Energiekonzernen.

Heizkosten sparen durch eine Heizungsmodernisierung

Im Zuge einer Haussanierung wird meistens auch die alte Heizung modernisiert. Selbst wenn keine Haussanierung nötig ist und die alte Heizanlage noch verlässlich arbeitet, sollte über eine Heizungsmodernisierung nachgedacht werden. Denn zehn bis 15 Jahre alte Heizungen sind oft nicht mehr auf dem neusten technischen Stand und können nicht die Energieeffizienz aufweisen wie neue, moderne Heizungsanlagen. In vielen Haushalten stehen immer noch wahre Stromfresser wie ineffiziente Nachtspeicherheizung, welche so schnell wie möglich gegen effiziente Stromheizungen ausgetauscht werden sollten. Denn mit aktuellen Heizlösungen auf dem Markt lassen sich im Jahr 30 Prozent Heizkosten sparen. Wer einen sehr alten Heizkessel hat, kann der Sanierung der Heizung nicht entgehen. Denn seit 2015 gibt es eine Nachrüstpflicht für Heizkessel, die mehr als 30 Jahre alt sind. Weißt eine Heizungsanlage bereits Störungen auf, sollte sie ebenfalls umgehend modernisiert werden.

Die Heizungsmodernisierung ist mit hohen Ausgaben verbunden. So kosten neue Gas- oder Ölheizungen bis zu 9000 Euro, Holzheizungen gar bis zu 20.000 Euro. Doch eine Heizungsmodernisierung kann mit der richtigen Förderung schon ab dem ersten Jahr rentabel sein. Die KfW-Bankengruppe oder das BAFA bieten neben Förderungen für eine Haussanierung auch Finanzierungsprogramme für die Umrüstung und Modernisierung der Heizung an. Besonders hoch fallen die Förderungen aus, wenn die Heizung auf erneuerbare Energien umgerüstet wird.''

Bildquelle: unsplash.com

© Gmünder Tagespost 26.02.2018 14:41
1495 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.