Lesermeinung

Schildbürgerstreich in Gmünd

Zum Zeiselberg-Beschluss:

„Gleich einem Schildbürgerstreich hat sich die Mehrheit im Gemeinderat für den Entwurf der XXL Gastronomie auf dem Zeiselberg entschieden. Quasi im Blindflug, ohne jegliche Veranschaulichung in 3D, einem Modell oder Ähnlichem, wurde der Entwurf mehrheitlich durchgewunken. Seit einem dreiviertel Jahr gefordert, wurde eine Simulation bis zuletzt verweigert, offensichtlich wäre das Resultat zu erschreckend gewesen. Man geht in Gmünd weiter nach der schon so häufigen Devise: Tatsachen schaffen, eigene Interessen durchsetzen, Behauptungen aus dem Rathaus finden immer genügend Abnehmer. Das Bürgerengagement bleibt außen vor und wird lapidar abgetan.

Mit Hunderten haben wir auf dem Zeiselberg gesprochen, die alle kopfschüttelnd sich etwas anderes als das unsensibel Geplante vorstellen – sie wollen einfach einen gemütlichen Biergarten ohne Riesenkasten! 850 Unterschriften gegen die geplante Dimension finden in der Stellungnahme der Fraktionen der sogenannten Volksparteien im Gemeinderat nicht einmal Erwähnung.

Der Investor hatte das Ding schon kleiner geplant – auch schon wirtschaftlich durchdacht. Wer hat es also zum jetzigen Entwurf aufgeblasen und behauptet weiter, es wäre kleiner und man sei den Anwohnern entgegengekommen? Was wurde nicht alles aus der Trickkiste der Stadtverwaltung und VGW an Argumentationen geholt, um Gemeinderäte auf Linie zu bringen und den Bau an den Bürgern vorbei zu planen. Er hat sich um zirka 300 Prozent seit der ersten Planung erweitert und gänzlich unnötig den sozialen Frieden auf dem Zeiselberg vertan. Nun liegt der Entwurf vier Wochen aus, es ist zu hoffen, dass genügend Bürger die letzte Chance ergreifen und ihre Einsprüche erheben – es ist unser Gmünd und unser Zeiselberg!

© Gmünder Tagespost 04.05.2018 18:43
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