Jeck bei der Arbeit

Fasching Was an den närrischen Tagen am Arbeitsplatz geht – und was nicht: Ein Fachanwalt Informiert über die Details.
  • Foto: Andrea Warnecke/dpa-mag

Helau und Alaaf oder Arbeit wie immer? Karneval wird nicht überall gefeiert - und offizielle Feiertage sind Rosenmontag und Altweiber auch nicht. Auch überzeugte Jecken müssen also zur Arbeit. Doch was ist dort erlaubt? Und was nicht?

Mit Pappnase am Schreibtisch

Ein klein wenig Narrenfreiheit gibt es auch am Arbeitsplatz. „Verkleidet zur Arbeit zu kommen, halte ich in vielen Fällen schon für akzeptabel“, sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht. Gleiches gilt für eine zurückhaltende Dekoration, die Luftschlange am Monitor auf dem Schreibtisch zum Beispiel. „Der Arbeitgeber kann aber eingreifen, wenn jemand publikumsnah arbeitet“, sagt der Experte. Am Empfang können Pappnasen also verboten sein, an anderen Arbeitsplätzen dafür nicht. Gibt es einen Betriebsrat, muss dieser solchen Regelungen erst zustimmen.

Krawatte abschneiden

Dieser Brauch ist vielerorts traditioneller Teil der Weiberfastnacht. Allerdings ist es juristisch gesehen auch eine Sachbeschädigung. „Das geht nur, wenn der andere ausdrücklich einverstanden ist“, sagt Meier. „Das ist so üblich“ wäre hier keine Ausrede.“ Die Tatsache, dass jemand an Altweiberfastnacht überhaupt mit Krawatte ins Büro kommt, kann allein noch nicht als Einwilligung verstanden werden. Närrinnen müssen vor dem Schnitt also nachfragen – auch wenn der Charme des „Weiberaufstands“ so verloren geht.

Gerade in Köln gehört der Kuss auf die Wange für viele zum Karneval dazu. Im Betrieb darf - und sollte - er aber trotzdem unterlassen werden. „Angesichts der heutigen Debatte scheint das völlig aus der Zeit gefallen“, sagt Meier mit Blick auf die Diskussion um Sexismus und sexuelle Belästigung. Der Arbeitgeber kann deshalb Regelungen erlassen, die ein solches Verhalten kategorisch verbieten – genau wie beim Krawattenschnitt übrigens. dpa

© Gmünder Tagespost 19.01.2018 19:15
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