Kartenbastler am Computer

Beruf Gesammelte Daten werden zu Karten, Grafiken und Plänen: So läuft die duale Ausbildung zum Geomatiker. Ein Grundverständnis für Geometrie ist wichtig.
  • Foto: Thomas Frey/dpa-mag

Geomatiker verarbeiten geografische Daten zu Karten – für Menschen und Maschinen. Einer von ihnen ist Michael Böhme: Der 24-Jährige ist Auszubildender beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz in Koblenz. Er sammelt geografische Daten, die er am PC zu einem Ganzen zusammenführt – als Karte, Plan oder Grafik.

Das Berufsbild des Geomatikers ist 2010 entstanden, aus der Neuordnung der bisherigen Ausbildungsberufe Vermessungstechniker und Kartograph. „Das Aufgabengebiet ist vielseitig“, sagt Monika Przybilla. Sie ist Leiterin des Arbeitskreises Beruf in der Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement (DVW). Im Freien arbeiten Geomatiker aber nur selten, in der Regel sitzen sie im Büro am Computer.

Einsatz der Karten und Pläne

Die von Geomatikern erstellten Karten und Pläne kommen im Straßenbau und in der Landwirtschaft zum Einsatz, aber zum Beispiel auch bei der Feuerwehr. „Auch die Polizei greift etwa bei Ermittlungsverfahren auf die Arbeitsergebnisse von Geomatikern zurück“, erklärt Böhme.

Einen bestimmten Schulabschluss brauchen angehende Geomatiker für die duale Ausbildung nicht. Ein Großteil der Azubis hat nach Zahlen des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) von 2016 aber mindestens das Fachabitur. Darüber hinaus sollten Bewerber ein Grundverständnis für Geometrie mitbringen, gerne mit moderner Technik arbeiten und eine gute Note im Fach Mathematik haben. „Sorgfalt und Genauigkeit bei der Arbeit sind unabdingbare Voraussetzungen“, betont Monika Przybilla.

Auch die Polizei greift auf die Ergebnisse der Geomatiker zurück.

Michael Böhme
Auszubildender

Während der dreijährigen Ausbildung lernen angehende Geomatiker beispielsweise, welche Daten für Karten und Pläne überhaupt nötig sind, und wie man daraus räumliche Darstellungen macht. Dann muss jede Karte zu den Kundenwünschen passen – eine Wanderkarte braucht also etwa Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten. Und Geomatiker befassen sich auch damit, wie sie die passende Schrift für eine Karte auswählen.

Die Azubis können dabei auch eigene Ideen einbringen: So machte Böhme in seiner Behörde den Vorschlag, im Rahmen seiner Ausbildung eine Sonderkarte zu erstellen, auf welchen Routen in seiner Heimatstadt Lahnstein die Karnevalszüge ziehen werden – für die Umsetzung bekam er grünes Licht. „Das hat echt Spaß gemacht“, erzählt der Auszubildende. Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist unterschiedlich. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit verdienen Auszubildende in Ingenieurs- und Planungsbüros etwa 618 Euro im ersten und 930 Euro im dritten Ausbildungsjahr. Im öffentlichen Dienst, etwa bei einer Landesbehörde, beträgt die Vergütung zuerst 902 und später 1006 Euro.

Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung arbeiten Geomatiker beispielsweise in Behörden für Vermessung, in Unternehmen oder aber in Verlagen für Kartographie. Wer sich beruflich weiter entwickeln möchte, kann sich zum Ingenieur in der Fachrichtung Geodäsie weiterbilden und auch noch einige andere Studienfächer wie Kartographie oder Geoinformatik sind denkbar. dpa

© Gmünder Tagespost 09.03.2018 16:50
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