Betriebe wollen sich dem Nachwuchs positiv präsentieren

Nachwuchsmangel 772 Ausbildungsstellen sind im Ostalbkreis noch unbesetzt. Deshalb wollen die Betriebe sich den potentiellen Azubis am Freitag möglichst eindrucksvoll präsentieren und engagierte Jugendliche für sich begeistern.
  • Den Besuchern werden auch von Azubis jede Menge Informationen zu den Berufen geboten. Foto: tom
  • Auch probieren ist am Freitag möglich. Foto: tom

Alexander Groll ist Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt Schwäbisch Gmünd, Karoline Hirner ist für den Fachbereich Ausbildung und Arbeitsplätze zuständig und Hauptorganisatorin der Gmünder Ausbildungsnacht. Die beiden haben von Seiten der Stadtverwaltung die Ausbildungsnacht mit organisiert.

Neuer Aussteller-Rekord

Es ist die fünfte Ausbildungsnacht, die Karoline Hirner organisiert: „Viele Firmen und Betriebe sind zum ersten Mal dabei und so haben wir in diesem Jahr einen neuen Rekord.“ Über 120 Betriebe aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe sind im Stadtgarten vor Ort und präsentieren eine Vielzahl an Ausbildungsberufen und Studienbereichen. 50 Aussteller sind aus Schwäbisch Gmünd, der Rest kommt aus der Region. Die steigende Beliebtheit der Gmünder Ausbildungsnacht machen einige Zahlen deutlich. Im November 2017 gab es im Ostalbkreis 2350 Bewerber auf 3122 Ausbildungsstellen. Das heißt: 772 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt. „Diese Entwicklung spüren auch die Firmen und Betriebe. Viele nutzen deshalb verstärkt die Möglichkeit, sich auf der Gmünder Ausbildungsnacht zu präsentieren“, sagt Karoline Hirner. Sie könnten so vor Ort in Kontakt mit den Jugendlichen kommen, ausführlich über ihre Berufe informieren und damit auch werben.

Mit dem Standort Congress Centurm Stadtgarten im Herzen der Stadt haben die Veranstalter wohl nicht nur den Nerv der Besucher, sondern auch der Aussteller getroffen. Die hervorragende Lage in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs sorgt für ständigen Zustrom. Daher überlegen die Veranstalter mit Erweiterungen die Standflächen noch größer zumachen.

Auch in diesem Jahr können sich Schulabgänger mit dem Magazin „Start it“ wieder umfangreich über die Messe informieren. Auf 107 Seiten gibt es in unterhaltsamer Form viele Tipps rund um Berufe, Ausbildung und Studium. „Das Magazin wird an alle Schulen verteilt und dient auch zur Unterrichtsvorbereitung“, sagt Karoline Hirner.

Verstärkte Kooperationen von Betrieben mit Schulen

Für die langjährigen Partner der Gmünder Ausbildungsnacht ist die Kooperation mit den Schulen ebenfalls ein großes Anliegen. So bietet die Kreissparkasse verstärkt Sommerpraktika für einen intensiven Austausch mit den Schülern an. Auch die Firma Bosch setzt auf Schulpartnerschaften: Neben Schülerpraktika werden dreiwöchige Praktika für Flüchtlinge angeboten. Ein Bors- oder Bogy-Praktikum können alle interessierten Jugendlichen bei der BARMER absolvieren.

Eine weitere Möglichkeit, sich über die Berufswahl zu informieren, steht in den Osterferien auf dem Programm.

Betriebe nutzen verstärkt die Möglichkeit, sich auf der Gmünder Ausbildungsnacht zu präsentieren.

Alexander Groll,
Wirtschaftsförderung

Am Mittwoch, 4. April, findet in der Wissenswerkstatt Eule zum fünften Mal die „Straße der Berufe“ statt. „Diese Veranstaltung ist auf praktisches Arbeiten ausgelegt und man kann in kleinen Gruppen nicht nur einen theoretischen, sondern einen praktischen Einblick in die Berufsfelder bekommen“, lädt Karoline Hirner zum Besuch ein. Bei der „Straße der Berufe“ können sich alle Interessierten direkt vor Ort bei den Ausstellern zum Wunsch-Workshop anmelden. Das Spektrum der teilnehmenden Firmen wächst von Jahr zu Jahr. 2018 sind mit den Berufen Goldschmied/in und Friseur/in zwei weitere Berufsfelder hinzugekommen. Auch das Angebot von Klein- und Handwerksbetrieben wurde in diesem Jahr ausgeweitet. „Sie leiden verstärkt unter Fachkräftemangel und Akademisierung der Ausbildung“, betont Groll.

Betriebe mit vielen verschiedenen Berufsbildern

Dabei habe Handwerk heute wieder goldenen Boden. Die Ausbildung sei sehr anspruchsvoll, viele Berufe in diesem Bereich mit hoch technisierten Geräten eine richtige Herausforderung. Aber den jungen Menschen biete sich hier eine Chance, in einem wirtschaftsstarken Umfeld gutes Geld zu verdienen.

Attraktiver Standort Schwäbisch Gmünd

Durch eine Vielzahl an Betrieben mit einer großen Bandbreite bietet Schwäbisch Gmünd für jeden Schulabgänger attraktive Berufsmöglichkeiten. Mit einer hohen Lebensqualität, vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und einem breiten kulturellen Angebot ist auch nach der Ausbildung das Wohnen und Leben attraktiv.

„Wir wollen deshalb auch die Standortwerte bewusst machen“, betont Alexander Groll. Auch mit einer Jugendarbeitslosigkeit zwischen 1,0 und 1,2 Prozent verfüge Schwäbisch Gmünd über eine sehr gute Quote. ub

© Gmünder Tagespost 13.03.2018 17:23
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