Ein Renntag mit beiden Weltmeistern

Beim MTB-Festival „Bike the Rock powered by KMC“ gibt es in Heubach am Wochenende zwei Tage lang Mountainbike-Sport aller Couleur: Hobby-Marathon, Downhill, Kinder- und Jugendrennen, Trial-Shows – und als Krönung die Bundesligarennen mit Weltklasse-Bikern.
  • Einer der Weltstars, die in Heubach starten: der 33-fache Weltcup-Sieger Julien Absalon. Fotos: Küstenbrück
  • Einer der Höhepunkte: Das Downhillrennen am Samstag.

Heubach. Beide amtierende Weltmeister, beide amtierende Europameister, beide Weltranglisten-Erste, beide Gesamtweltcupsieger vom vergangenen Jahr, dazu die vier Olympiasieger Sabine Spitz, Julie Bresset, Julien Absalon und Nino Schurter. Auch wenn ein paar dieser Titel auf den gleichen Schultern ruhen, so ist der Bundesliga-Auftakt am Samstag und Sonntag in Heubach auch dieses Jahr wieder eine Ansammlung internationaler Top-Stars der Szene.

Der Rekord-Weltmeister

Das Herrenfeld wird angeführt von Nino Schurter. Dem amtierenden und Rekord-Weltmeister gebührt inzwischen schon ein Legendenstatus im Cross-Country-Sport. Der Schweizer vom Team Scott-Sram brachte 2017 das bis dato noch nie erreichte Kunststück fertig, alle sechs Weltcup-Rennen für sich zu entscheiden. 2013 hat er das BiketheRock schon gewonnen.

Schurters langjähriger Kontrahent Julien Absalon hat ihm inzwischen nur noch die Zahl der Weltcupsiege voraus. Der Franzose hat deren 33 auf dem Konto. „Ich bin sehr motiviert“, kündigt der 37-Jährige an. Den „Old School“-Kurs mag er.

Europameister Florian Vogel (Focus XC) ist einer, der mit dem Terrain in Heubach ebenfalls bestens klarkommt. „Die Besetzung ist ja fast wie ein Weltcup. Vielleicht reicht die Form ja, den einen oder anderen zu ärgern“, sagt der Heubach-Rekordsieger (3) aus der Schweiz.

Und die deutschen Aussichten? Nachdem Heubach-Spezialist Moritz Milatz zurückgetreten ist, wird man am Sonntag auf die jüngere Garde setzen müssen. Markus Schulte-Lünzum (26, Focus XC) hat voriges Jahr schon gezeigt, dass er gar nicht so weit weg ist. Bis zur Schlussrunde kämpfte der Halterner um Platz fünf, ehe er durch einen Hinterrad-Defekt noch auf Platz neun zurückfiel.

Einige Siegkandidatinnen

Im Lager der Damen gibt es mehr als eine Handvoll Siegkandidatinnen. Die Weltranglistenerste und Gesamtweltcupsiegerin Yana Belomoina (CST Sandd American Eagle) zum Beispiel, die nach ihrem Trainingsunfall im Herbst wieder auf dem Weg zurück in die Weltspitze ist. Die Ukrainerin, die auch amtierende Europameisterin ist, bestätigt: „Ja, es geht wieder besser.“

Maja Wloszczowska (Kross Racing), die 2011 und 2013 in Heubach gewonnen hat, hat das lange Klettern jüngst bei der Marathon-EM in Italien geübt. Und mit der Silbermedaille hat die Polin unter Beweis gestellt, dass sie in sehr guter Verfassung ist.

Ihre Teamkollegin, die Weltmeisterin Jolanda Neff aus der Schweiz, kam nach ihrem Schlüsselbeinbruch vom Januar erstaunlich schnell zurück, doch vor zwei Wochen knallte sie bei einem Trainingssturz mit dem Oberschenkel so heftig auf, dass sich ein großer Bluterguss bildete. Vorige Woche war das Bein noch grün und blau. „Ich hoffe, das wird bis zum BiketheRock schon wieder besser.“

Und die Vorjahres-Siegerin? Die Form von Sabine Spitz (Wiawis Bikes) ist schwer einzuschätzen. Die 46-Jährige hat die vergangenen Monate in Südafrika verbracht und seit dem Weltcup in Stellenbosch, wo sie als Achte zu überzeugen wusste, mit anderen Weltklasse-Athletinnen keinen Vergleich mehr gehabt.

Auch Amateure machen mit

Für Hobby-Mountainbiker und solche, die es noch werden wollen, gibt es in Heubach daneben auch spannende Betätigungsfelder – gleich mehrere.

Im Downhill und im Marathon gibt es Gelegenheit, selber im Sattel aktiv zu sein. Dass man beim „Bike the Rock“ dann auch noch die Allerbesten des Metiers erleben kann, ist ein guter Grund mehr, sich ins Melde-Formular einzutragen. Denn es ist ein Duell der Superlative, das zwischen dem Rekord-Weltcupsieger aus Frankreich und seinem sechs Jahre jüngeren Konkurrenten aus der Schweiz ausgetragen wird. Nino Schurters Erfolgsbilanz 2017: In dem Jahr gewann er alle sechs Weltcuprennen der Saison.

Das Heubacher Mountainbike-Festival serviert seinem Publikum also auch 2018 ein echtes sportliches Highlight.

Rennen für Schüler

Und dabei aber nicht vergessen, dass man auch selbst mitmachen kann: Beim Hobby-Downhill und beim Fujibikes-Marathon zum Beispiel. Und Schüler können im Cross-Country-Rennen den Besten nacheifern.

© Gmünder Tagespost 26.04.2018 18:51
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