Gestaltung vor Funktionalität?

Zur Neugestaltung des Gmünder Torplatzes:
Es kann nicht sein, dass die Stadt immer wieder behauptet, kein Mitspracherecht gehabt zu haben, weil Privatinvestoren die Mittel für die Umgestaltung aufgebracht haben. Das tut jeder private Häuslesbauer und bei dem will die Stadt ja auch mitreden. Und am Torplatz hat die Stadt ja immerhin 150 000 Euro Tiefbaukosten mitgetragen. Also schiebt doch nicht alles auf die Privatinvestoren! Während jeder private Bauherr von der Stadt Auflagen erhält, was die Grüngestaltung angeht, reißt man hier teure und schön gewachsene Bäume aus, ohne sie zu ersetzen. Wo bleibt dadie Glaubwürdigkeit des Grünflächenamtes?
Dass die Glasschirme viel zu hoch sind und als Regenschutz nicht ausreichen, war jedem normalen Bürger klar. Und die Fachleute hätten es erkennen können, wenn sie die ebenfalls zu hohe Glasbedachung auf dem Platz an der Stefanskirche in Wasseralfingen bei windigem Regenwetter begutachtet hätten.
Auch kann ich mir handwerkliche Fehler des Planers nur damit erklären, dass die angeblich künstlerische Gestaltung Priorität vor der Funktionalität hatte: Die Schirme geben nämlich kein geschlossenes Dach ab. Und genau da, wo die Bürger auf ihren Bus warten werden und ein Teil der Sitzgelegenheiten installiert wird, genau da drüber klafft eine drei Meter breite Lücke im Glashimmel. Auf dem Platz und der Bank wird es dann mit Sicherheit noch nässer werden als unter dem Rest des Daches. Zur farblichen Gestaltung ist zu sagen, einem normalen Bürger wäre so etwas nie genehmigt worden. Ich bin der Meinung, dass der Torplatz in seiner vorherigen Form ganz gut war und dass die Finanzmittel besser anderswo hätten eingesetzt oder überhaupt gespart werden können.Thomas Rühl, Aalen
© Gmünder Tagespost 28.08.2004 00:00
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