Leben für die Musik

Musik Verena Köder ist Lia Reyna. Die 30-Jährige ist in Aalen-Hofen aufgewachsen und lebt ihre Leidenschaft: die Musik. Solo, als Duo oder mit Band. Von Anja Robisch
  • In dieser Frau steckt eine große Stimme und viel musikalisches Talent.
  • Die Musikerin, Sängerin und Songwriterin Lia Reyna.
Sie geht ihren Weg. Entwickelt sich prächtig. 2012 war es, als mir Verena Köder zum ersten mal eine CD überreichte. „Purity“, ein wunderschönes Singer-Songwriter-Werk. Eine Frau, ihre Stimme, dazu Klavier und ein bisschen Cello. Wunderschöne Lieder. So voller Gefühl. So echt. Pur eben.
Nach vier Jahren musikalischem Solo suchte sie sich 2013 eine Band. Musikerinnen und Musiker aus dem Stuttgarter Raum, die sich in ihrem Stilmix aus Indie Pop, Funk und Soul genauso wohl fühlen wie sie. Kennengelernt haben sich Verena Köder (Gesang/Piano), Marion M. Wetzel (Drums), Jürgen Rittinger (Bass), Angela Mellwig (Violine/Synthies) und Thomas Hornstein (E-Gitarre) durch viele wunderbare Zufälle und befreundete Musiker. So entstand 2014 eine ganz besondere Band-Konstellation: eine stimmgewaltige, vielseitige Frontfrau; eine Drummerin, die live außergewöhnliche Beats auf ihrem Set umsetzt; eine Violinistin, die zusätzlich Synthie- und Orgelklänge beisteuert; ein Gitarrist, der mit verschiedenen Effekten bunte Nuancen setzt und ein Bassist, der an seinem Instrument ebenso experimentierfreudig agiert. Auch spezielle akustische Instrumente wie Melodica oder Vibraslap, gepaart mit elektronischen und gesampelten Klängen, bieten dem Gesang von Lia Reyna eine besondere Basis.
Ende vergangenen Jahres landete die zweite CD von Verena Köder in meinem Briefkasten: „Color Jam“. Schon das dick mit Marmelade bestrichene Brot, das Lia Reyna auf dem Cover verspeist, macht Hunger. Der wird gestillt: mit eingängigen Songs voller Originalität und musikalischer Vielfalt. Es poppt, es elektronisiert, es beschwingt.
Eine SWR1-Redakteurin vergleicht sie mit Taylor Swift und adelt sie zurecht mit diesem Vergleich. „Ich habe an diesem Album gearbeitet wie nie zuvor an etwas. Gerade deshalb ist es das Wertvollste an Musik, was ich im Moment besitze“, beschreibt Verena Köder.
Wir plaudern im Foto- Studio von Andreas Wegelin in der Bahnhofstraße in Aalen. Sie ist aus Burgstetten angereist, das Hofen von Stuttgart, wo sie inzwischen wohnt, damit er Bilder für dieses Magazin machen kann. Am nächsten Tag ist sie zum ersten Mal Dozentin beim Aalener Bandcamp.
In Trossingen hat sie Musik studiert, nachdem sie am Kopernikus-Gymnasium in Wasseralfingen Abitur mit Musikzug gemacht hatte. Doch anstatt das zweite Staatsexamen fürs Lehramt zu machen, entschied sie sich für die Selbstständigkeit.
Seit 2015 ist Verena Köder auch im Duo unterwegs. In der spannenden Konstellation mit der Drummerin Marion M. Wetzel. „Die Veranstalter fliegen auf das Duo“, beschreibt Verena Köder. Und auch die Hochschule für Medien in Stuttgart hat mit dem Duo zwei Lieder aufgenommen. Zu erleben sind sie in der Region beispielsweise auf den Wasseralfinger Tagen am 25. Juni.
Mit Taylor Swift verglichen zu werden, ist natürlich großartig.
Sie hat viel zu tun. Denn da sind mit noch zwei Coverbands schon allein fünf Auftrittsbaustellen … und noch zwei Projekte mit Elektro-Produzenten, denen sie ihre Stimme und ihre Melodien beisteuert. Auf die Frage, ob nach der CD vor der CD ist, lacht sie herzlich schallend und verneint. Ich freu mich darauf.

Hast Du eine Lieblingssängerin?
Ja. Sie heißt Kimbra. Aber leider kennen die wenigsten die Neuseeländerin. Sie macht Pop und Elektro. Sie loopt viel, arbeitet mit ihrer Stimme. Ihre Lieder sind sehr künstlerisch. Es ist schade, wie viele Sängerinnen es gibt, die man nicht kennt. Von den bekannten Musikerinnen liebe ich Adele.
Wie sieht Dein Alltag als Berufsmusikerin aus?
Ich bin von morgens bis abends mit Musik beschäftigt. Wenn mein Freund ins Büro geht, setze ich mich in mein Musikzimmer und wenn er nach Hause kommt, mache ich auch Feierabend. Es sei denn, ich habe ein Konzert. Ich organisiere alles selber: Das Booking und Bewerbungen für Konzerte. Ich pflege die Homepage lia-reyna com, verfasse den Blog und den Newsletter. Es gibt Setlisten festzulegen, ich muss kalkulieren und Promotion machen. Ich schreibe Arrangements für die Band, produziere vor. Am allerwichtigsten sind mir die Auftritte. Sie sind Ausdruck aller Emotion. Auch das Songwriting liegt mir sehr am Herzen. Aber das kommt manchmal zu kurz.
Verena Köder
Und was machst Du dagegen?
Ich nehme mir bewusst Zeit dafür. Ich hatte einmal so die Schnauze voll, weil ich keine Zeit mehr hatte, neue Songs zu schreiben. Also habe ich genau darüber einen Song geschrieben. Die Nachbarin klingelte später an meiner Tür. Ich dachte schon, ich hab’s übertrieben. Aber nein. Sie war happy, mich endlich wieder singen zu hören.
Du wurdest jetzt zum zweiten Mal gebucht, um die Nationalhymne bei den Ulmer Basketballern in der Ratiopharm Arena zu singen. Was ist das für ein Gefühl?
Es ist ein Ehre für mich. Ich freue ich schon sehr darauf. Vor allem, in der Ratiopharm Arena vor 6000 Menschen zu singen.
Apropos Deutsch. Warum ist nicht Deutsch Deine Singsprache?
Die Liebe zum Klang der englischen Sprache hat mich nie losgelassen und meine Songtexte dürfen gerne auch mal im ersten Moment ein Rätsel für den Zuhörer sein, damit er die Lösung umso mehr feiert. Im Programm mit meiner Drummerin habe ich allerdings auch ein paar deutsche Titel – eigene und Coversongs. Das macht Spaß. Doch Englisch ist das Hauptprogramm.
© Gmünder Tagespost 03.06.2016 17:57
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