Den Wandel mitgestalten

Geleitwort Bürgermeister Julius Mihm zur Immobilienmesse 2016. Auch die Stadt Schwäbisch Gmünd ist auf der Messe durch das Vermessungs- und Liegenschaftsamt und durch die Vereinigte Gmünder Wohnungsbaugesellschaft vertreten.
  • Bürgermeister Julius Mihm eröffnet die Immobilenmesse. Foto: Tom

Sehr geehrte Damen
und Herren,

sehr geehrte Besucherinnen
und Besucher,

zum fünften Mal führen wir jetzt die jährliche Immobilienmesse in Schwäbisch Gmünd durch. Und wie haben sich die Zeiten seit der ersten Messe 2012 doch rasant weiterentwickelt! Die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt und in der Stadtentwicklung der prosperierenden Städte in Deutschland wird immer öfter als Immobilien-Boom bezeichnet. Allenthalben ist auch von sich stark entwickelnden Preisen für Grundstücke, Immobilien, aber auch Bauleistungen die Rede. Aber: Dies trifft nicht durchgängig zu, sondern betrifft tatsächlich besonders ausgewählte Standorte mit hoher Wirtschaftskraft, die sich vom allgemeinen Durchschnitt weiter ablösen. (Wozu Schwäbisch Gmünd in der „Randzone zum Verdichtungsraum“ der Metropolregion Stuttgart in Beziehung steht.) Und es darf auch nicht von der Tatsache ablenken, dass die Frage, ob eine eigene und selbst genutzte Immobilie der beste Garant für Vermögenssicherung und Vermögensgewinne ist, langfristig viel mehr von den spezifischen Lageumständen der Immobilie (regionale Makrolage und Mikrolage in der Gemeinde) in Verbindung mit dem eigenen Verhaltensstil und den persönlichen Lebensumständen abhängt, als einem oft Glauben gemacht wird. Auch die Frage, ob man besser zur Miete oder im eigenen Heim wohnt, beantwortet sich so. Es gibt keine pauschalen Regeln! Auch eine vermeintliche langfristige Wertsteigerung von Immobilien über der Inflation ist durchschnittlich wohl nicht gegeben. Dies melden seriöse Untersuchungen.

Was bleibt? Packen Sie die Herausforderung an, für sich eine zufriedenstellende Wohnsituation zu finden! Wenn lokaler und regionaler Mietmarkt noch nicht genügend passende Angebote bieten, die den verschiedenen Bedürfnissen gerecht werden, z. B. von Familien oder für gemeinsames Wohnen im Alter – die Ihren speziellen Wünschen gerecht werden – ergeben sich für Sie vielleicht Chancen, etwas Eigenes zu erwerben, selbst oder mit anderen zu bauen. Auch wenn die Wahl zwischen Miete und Eigentum einerseits und der spezifischen Lage (z. B. eher urban oder eher ländlich, eher Einfamilienwohnheim oder eher andere Wohntypologien) andererseits eine Lebensstilentscheidung ist – machen Sie sich die Konsequenzen bewusst!

Die Frage ist nicht nur: Welcher Immobilientyp sind Sie? Sondern: Welche Kraft und Disziplin zur Vermögenssicherung können Sie wie aufbringen? Z. B.: Hausbesitz zieht Erhaltungsaufwendungen nach sich, die man als Mieter nicht hat; als Mieter müsste man sich daraus ergebende finanzielle Spielräume in anderen Vermögenswerten anlegen und sich entsprechend konsequent verhalten, um vergleichbare Sicherheiten aufzubauen, oder: Wenn die Wohnung zentraler liegt, ist es im Quartier vielleicht etwas lebendiger, aber ich kann auf ein Auto verzichten und bin flexibler im Umweltverbund unterwegs.

Letztlich kommt es bei der Lage auf das Vertrauen in den Standort an. Hier sehen sich Gemeinderat und Stadtverwaltung in der Pflicht. Erste Voraussetzung: Schwäbisch Gmünd muss so attraktiv sein, dass möglichst viele Menschen diesen Ort wählen (würden). Zweite Voraussetzung: Bauland darf (trotzdem) nicht überteuern, um möglichst Vielen einen Marktzugang zu ermöglichen, sollte aber wertstabil bleiben. Ein Balanceakt. Schwäbisch Gmünd hat in den letzten Jahren enorm an Attraktivität gewonnen, was nicht zuletzt die große Nachfrage nach Wohnbauplätzen zeigt. Die Stadt Schwäbisch Gmünd unternimmt große Anstrengungen, Bauland insbesondere auch im erschlossenen Innenbereich, wo immer es nur möglich ist, zur Verfügung zu stellen: Viele Innenstadtprojekte, die Ortsmitte Straßdorf und das Areal Lakner/Nomatec in Lindach sind beredete Beispiele dafür. Aber auch im Außenbereich als Weiterentwicklung mit Augenmaß bestehender Ortslagen. Für Menschen, die in Schwäbisch Gmünd wohnen wollen, weil sie hier familiäre Bindung haben, die Nähe zum Arbeitsplatz suchen oder einfach weil sie diese Stadt schön finden. Ohne die landschaftlichen und ökologischen Qualitäten dieses wunderbaren Standorts nachhaltig zu beeinträchtigen. Das ist das Ziel.

Grundstücke sind keine Massenware, sie fallen nicht wie Manna vom Himmel, sondern müssen in umfangreichen leidenschaftlichen, planerischen und politischen Verfahren entwickelt und bereitgestellt werden. Dies kostet immer wieder große Anstrengungen, um ein kontinuierliches und ausreichendes Grundstücksangebot für die vielfältigen Bau- und Wohnwünsche zur Verfügung zu stellen. Und gleichzeitig für gesunde Entwicklungsgrundlagen in den einzelnen Stadtteilen und Ortsteilen zu sorgen. Der Faden darf da nicht abreißen: Die Stadt Schwäbisch Gmünd arbeitet daran, die immer noch sehr große Nachfrage mit kontinuierlichen Angeboten zu befriedigen. Besonderen Wert legt die Stadt Schwäbisch Gmünd auf eine angemessene, aber regional konkurrenzfähige Grundstückspreisgestaltung. Wir wollen als Stadt den attraktiveren Mehrwert zum Grundstück bieten! Daran lassen wir uns messen.

Bauland darf (trotzdem) nicht überteuern.

Julius Mihm, Bürgermeister

Ziel ist es nicht nur, durch nachhaltige Angebotspolitik künstliche Verknappungen und Spekulationen zu verhindern, sondern auch mit Bodenpolitik eine dynamische und nachhaltige Stadtentwicklung mit der aktiven und bewussten städtebaulichen Weiterentwicklung der Stadt- und Ortsteile verantwortlich zu gestalten. Wer passiv bleibt, macht sich zum Spielball einer globalen Entwicklung. Und Immobilienblase? Das ist aus Sicht der deutschen Situation äußerst restriktiver Umstände bei der Baulandentwicklung wirklich Unsinn. Wo soll denn die Überhitzung Raum, d. h. Boden, finden? Mein Credo für Schwäbisch Gmünd: Aufgrund der durchaus immer noch übersichtlichen Grundstückssituation, immer noch relativ eher unterbewerteten Immobilien als Wertanlage im Zusammenhang mit einer dämpfenden und moderaten öffentlichen Kaufpreisgestaltung, eingebettet in eine dynamische, konzeptionell schlüssige Stadtentwicklungspolitik, stellt sich die Immobilie für Viele in Schwäbisch Gmünd immer noch als Schwerpunkt individueller Lebens- und Finanzplanung dar. Und dies mit gutem Recht.

Auf der fünften Immobilienmesse in Schwäbisch Gmünd, der regionalen Fachmesse rund um das Thema Wohnen, präsentiert sich der Standort Schwäbisch Gmünd mit einer Vielfalt konkreter Bauangebote und vielen Perspektiven für geplante Baugebiete, die 2017/2018 bebaut werden können: zum Beispiel in Großdeinbach (Holder II, voraussichtlich 41 Bauplätze für Einzel-, Doppel- Reihen- und Mehrfamilienhäusern), in Rechberg (Hartäcker V, voraussichtlich 12 Bauplätze) und in Straßdorf (Käppelesäcker IV, voraussichtlich 51 Bauplätze für Einzel-, Doppel- Reihen- und Mehrfamilienhäusern). Zusammen mit weiteren laufenden Innenstadtprojekten, zum Beispiel Mörikepark, Empora/Nepperbergstraße, Deyhle-Areal/Wohnen am Königsturm, Heyd-Areal/Wohnen am Wasserturm sowie weiteren Entwicklungen in Planung, sind alle Projekte Bausteine einer vielfältigen Stadtentwicklung. In einem konkurrierenden Umfeld bietet Schwäbisch Gmünd eine größere Bandbreite an Urbanität und Heimat bei vergleichbaren Preisen und einer ausgezeichneten öffentlichen Infrastruktur und mit einem herausragenden kulturellen Angebot, das Chancen bietet, selber mitzumachen und zum Beispiel sich als Neubürger schnell in die Stadtgesellschaft einzufinden.

Die fünfte Immobilienmesse bietet aber auch weitere Informationen zu verwandten Themen in der umfassenden Bandbreite des Bauens, Wohnens, Renovierens und Einrichtens. Sonderthema der Messe ist energetisches Bauen und Sanieren. Viele fundierte Fachvorträge zu aktuelle Themen runden in diesem Zusammenhang das Angebot der Messe ab. Die Stadt Schwäbisch Gmünd ist auf der Messe durch das Vermessungs- und Liegenschaftsamt und durch den Stand der Vereinigten Gmünder Wohnungsbaugesellschaft vertreten. Alle Informationen zu Liegenschaften und Wohnbauprojekten erhalten Sie hier aus einer Hand. Ich danke den SDZ-Medien und allen Partnern für die erneute Ausrichtung und wünsche der Messe viele zufriedene Besucher und erfolgreiche Aussteller.

Ihr

Julius Mihm,

Bürgermeister

© Gmünder Tagespost 20.10.2016 12:40
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