Das große Treffen im Limpurger Land

Der Gaildorfer Pferdemarkt beginnt am Freitagabend mit einem Fachvortrag. Am Samstag folgt das Fuhrmannstreffen. Am Sonntag öffnen zum einen die Gaildorfer Geschäfte für einen verkaufsoffenen Sonntag, zum anderen beginnt um 14 Uhr der große Festumzug.
  • Der Höhepunkt des größten Volksfests im Limpurger Land war auch 2016 der große Festumzug vor der Kulisse des Gaildorfer Schlosses. Fotos: kk
  • Die Warmblut-Siegerin vom vergangenen Jahr: Honey Moon von der ZG Lober-Baudermann.

Gaildorf. Ein Erlebnis zu jedem Jahresbeginn bleibt das größte und älteste Traditionsfest des Limpurger Landes. Zum 81. Pferdemarkt sind in Gaildorf alle aus nah und fern herzlich willkommen. Die fünfte Jahreszeit der Gaildorfer bietet ab Freitag, 10. Februar, erneut ein abwechslungsreiches Programm rund ums Pferd. Die Kocherwiesen sind am Samstag, 11. Februar, Mittelpunkt für die Holzrücker, die Forstwirte und natürlich die Besitzer der Pferdegespanne mit ihren Kutschen. Der verkaufsoffene Sonntag wird zahlreiche Interessierte in die Innenstadt locken. Der traditionelle Höhepunkt bleibt der Pferdemarktmontag mit der Pferdeprämierung, dem Krämermarkt und dem bunten Festzug durch die Stadt.

Seit langem war im Limpurger Land die Zucht und der Handel mit Pferden unentbehrlich. Die Interessierten trafen sich einst in den Dörfern, in den Viehställen oder den Gasthöfen, um den Viehhandel abzuschließen. Aufwendig war es, die aktuellen Angebote in den Dörfern zu sichten. Wesentlich erleichtert wurde der Pferdehandel in Gaildorf erstmals am 17. Februar 1928. Am ersten offiziellen Pferdemarkt wurden für die interessierten Züchter und Händler 140 Pferde vorgestellt. Dem Oberamtstierarzt des Limpurger Land, Dr. Bickele, und dem „Pferdezuchtverein für Kaltblut“ gelang mit dem Pferdemarkt zur „Hebung der Pferdezucht“ ein Volltreffer. Bewusst war der Termin in die ersten Wochen des Jahres gelegt. Im Februar konnten die Landwirte am Besten einschätzen, für wie viele Tiere ihre Futtervorräte noch reichten. Die Vorräte konnten soweit notwendig, durch den Verkauf von Vieh gestreckt werden. Am Ende der kalten Wintermonate hatten alle genügend Zeit für einen Besuch im Zentrum des Limpurger Landes.

Per Handschlag wechselten einst die Pferde ihren Besitzer. Damals besuchten die Pferdezüchter den Markt mit großen Hoffnungen. Nach meist lebhaftem Handel konnten sie ein Kaltblutfohlen oder eine Zuchtstute verkaufen und somit ihr Einkommen aufbessern.

In den 50er- und 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verschwanden auf dem Land die Zugpferde aus dem Alltag. In der Land- und Forstwirtschaft wurden die Pferde immer öfter durch Traktoren ersetzt. Heute stehen die Sport- und Reitpferde im Vordergrund.

Die Anziehungskraft blieb

Dem Gaildorfer Pferdemarkt jedoch blieb die Anziehungskraft. Das abwechslungsreiche Programm und die unzähligen Besucher sind in den nächsten Tagen erneut der Beweis für das größte Volksfest im Limpurger Land.

Bereits am 5. Februar wurde im Alten Schloss die Kunstausstellung der Interessengemeinschaft Kunst mit Werken von Mitgliedern der IG Kunst eröffnet. Landwirtschaftliche Geräte und Maschinen werden von Freitag, 10., bis Montag, 13. Februar auf dem Hallengelände ausgestellt.

Die Pferdefreunde sind am Freitag, 10. Februar, um 20 Uhr vom Pferdezuchtverein Schwäbischer Wald zu einem interessanten Fachvortrag in die Körhalle eingeladen. Dabei berichtet der Referent Dr. Michael Pettrich vom Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz in Göppingen zum Thema „Veterinärrechtliche Aspekte bei der Haltung von Pferden“.

Fuhrmannstreffen

Das Fuhrmannstreffen beginnt am Samstag, 11. Februar, um 10 Uhr auf den Kocherwiesen. Zahlreiche Holzrücker werden mit ihren Pferden in einem Wettbewerb traditionelles Schleifen und Laden der Holzstämme präsentieren. Die Vorführungen des Pferdezuchtvereins Schwäbischer Wald und des Kreisforstamtes Schwäbisch Hall sind einen Besuch wert.

Am Samstag bieten die Einzelhändler beim Einkauf ab 10 Uhr Mitfahrten in Pferdekutschen durch die Innenstadt an. Freunde von Pferdegespannen können auf den Kocherwiesen ab 13 Uhr über 60 Gespanne vom Zwei- bis zum Vierspänner sehen. Neben Kaltblutpferden werden auch Warmblut- und Kleinpferde mit ihren Kutschen ihre Fahrkünste beweisen.

Der Sonntag, 12. Februar, beginnt um 11 Uhr in der Reithalle mit einer Pferdeschau. Das abwechslungsreiche Programm mit Hengstpräsentation wird bis circa 16 Uhr andauern. Beim Jazzfrühschoppen der Kulturschmiede im Kernersaal der Limpurg-Halle bieten „The Ballroom Shakers“ ab 11 Uhr für alle Fans des Swing und R’n’B im Stil der 40er- und 50er-Jahre ein buntes Musikprogramm.

Verkaufsoffener Sonntag

Zum verkaufsoffenen Sonntag laden die Gaildorfer Geschäfte von 13 bis 18 Uhr ein. Das Stadtmuseum im Alten Schloss ist von 14 bis 17 Uhr geöffnet. In der Limpurg-Halle können die Besucher ab 14 Uhr die Unterhaltungsmusik der Stadtkapelle Gaildorf bei Kaffee und Kuchen genießen.

Historisches Handwerk wird im Schlosshof am Sonntag und Montag geboten. Darstellung und Handel mit Historischem gibt es für alle interessierten Besucher gleichermaßen. Ebenfalls historisch geht es im neuen Cateringbereich des Alten Schlosses zu: Der über 200 Jahre alte Backofen wird in Betrieb sein und lockt die interessierten Besucher mit frisch gebackenem Salzkuchen. Ein Festzelt auf dem Marktplatz steht als „Ross-Stube“ bereit.

Der bedeutendste Tag des Volksfestes ist traditionell der Montag, 13. Februar. Zur Prämierung wurden rund 100 Pferde gemeldet. Sie beginnt in diesem Jahr erstmalig um 7.30 Uhr auf den Kocherwiesen neben der Kocherbrücke. Unter dem Beifall zahlreicher Besucher werden um 10 Uhr die Siegerpokale an die Pferdezüchter auf den Kocherwiesen überreicht.

Krämermarkt und Umzug

Beim großen Krämermarkt werden über 150 Marktkaufleute ihre Stände in der Innenstadt aufschlagen. Im Wurmbrandsaal des Alten Schlosses beginnt für geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik um 11 Uhr ein Empfang der Stadt. Heiße Rhythmen bringen zur Mittagszeit Guggenmusik-Bands in die Innenstadt.

Das Zentrum wird ab 12 Uhr für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Anlieger- und Durchgangsverkehr ist danach nicht mehr möglich. Die autofreie Innenstadt wird bis gegen 18 Uhr bestehen. Die See-, Kerner- und Gartenstraße sind als ständige Umleitungsstrecke ausgeschildert.

Linienbusse werden von 12 bis 18 Uhr nicht durch die Innenstadt fahren. Die Haltestellen Altes Schloss, Bahnhofstraße, Schulzentrum und Stadtmitte werden in diesem Zeitraum gesperrt sein.

Seinen Höhepunkt erreicht der Pferdemarkt mit dem Festzug ab 14 Uhr durch die Innenstadt. Der Festzug beginnt in der Bahnhofstraße bei der Feuerwache. Über 60 Gruppen bieten am Festzug ein buntes Allerlei. Interessantes aus dem Limpurger Land und vielfältige Beiträge „Rund ums Pferd“ stehen im Mittelpunkt. pm

© Gmünder Tagespost 08.02.2017 16:32
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