Bald wieder mit sechs Glocken

Schäden an der Außenhülle der Kirche machten umfassende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Mehr als 800.000 Euro wurden von der evangelischen Kirchengemeinde Heubach finanziert.
  • In absehbarer Zeit werden vom Kirchturm der St. Ulrichkirche wieder sechs Glocken erklingen. Foto: ub

Heubach. Nach der letzten größeren Sanierung der Heubacher St. Ulrichkirche vor 50 Jahren machten deutliche Schäden eine umfangreiche Außensanierung notwendig. Die evangelische Kirchengemeinde Heubach brachte dafür rund 800.000 Euro auf. Zuschüsse gab es von der Denkmalförderung des Landes, der Stadt Heubach, vom Kirchenbezirk und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Im April 2015 wurde mit den Arbeiten begonnen, jetzt erstrahlt die St. Ulrichkirche in Heubach wieder in neuem Glanz. Mit einem Gottesdienst feierte die evangelische Kirchengemeinde am vergangenen Sonntag den Abschluss der Außensanierung ihrer Kirche. Ende Juni wird bei einem großen Gemeindefest die „neue Kirche“ ebenfalls im Mittelpunkt stehen.

Am gesamten Dach wurden Flaschnerarbeiten vorgenommen, Blitzschutz und Schneefang angebracht. Mit naturroten Biberschwanzziegeln präsentieren sich jetzt Schiff und Chor. Der Kirchturm mit seiner grünen Haube wurde nach historischem Vorbild mit glasierten grünen Biberschwanzziegeln neu eingedeckt.

„Jahrhundertealte handgestrichene Biberschwänze konnten erhalten werden und sind nun auf der Sakristei, dem ältesten Teil der Kirche, zu sehen“, erklärt Pfarrer Thomas Adam. Auch die Turmzier wurde restauriert und neu vergoldet.

Ob Beseitigung der Schäden im Gebälk des Turms und des Kirchenschiffs, Restaurierung der Pfeiler im Chorbereich oder die Erneuerung des äußeren Oberputzes mit mineralischem Putz: Die umfassenden Sanierungsmaßnahmen wurden überwiegend von regionalen Firmen durchgeführt.

Umgestaltet wurde auch der Außenbereich der Kirche: Die Wege erhielten einen neuen Belag, ein Teil der Stützmauer des Kirchgartens wurde ebenfalls saniert. Eine neue Außenbeleuchtung setzt die St. Ulrichkirche in ein stimmungsvolles Licht und sorgt für Sicherheit.

Sind derzeit lediglich vier Glocken mit neuen Antrieben, Klöppeln und einer moderner Steuerung zu hören, sollen bald wieder sechs Glocken läuten. „Die Glocke 6, eine der ältesten Glocken im Bereich Württemberg-Hohenzollern, wird derzeit außer Haus restauriert. Bald wird sie, ebenso wie die noch nicht angeschlossene Glocke 5, wieder zu hören sein“, freut sich Pfarrer Adam.

Auch eine Auszeichnung gab es im Rahmen der Sanierung: Die Kirchengemeinde hat für die vorbildliche Umsetzung vom NABU die Auszeichnung „Lebensraum Kirchturm“ erhalten. „Bei der Sanierung der Kirche sind wir aufgrund geschützter Tierarten wie Turmfalke, Dohlen und Fledermäuse sehr behutsam vorgegangen“, erklärt Architekt Martin Oettle. ub

© Gmünder Tagespost 08.02.2017 18:42
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