Ihr Recht bei kaputten Koffern

Anspruch Wehren Sie sich: Wie Passagiere bei beschädigten Reisegepäck an Schadenersatz kommen.
  • Foto: Tobias Hase/mag

Einen Kofferschaden nach einem Flug ersetzen in den meisten Fällen die Fluggesellschaften. Denn diese haften laut Montrealer Übereinkommen – und zwar weltweit und unabhängig davon, ob sie den Schaden selbst verursacht hat. Darauf weist der Reiserechtler Prof. Ernst Führich aus Kempten hin. Fluggäste müssen aber einige Punkte beachten, wenn ihr Koffer kaputt gegangen ist:

  • Frist beachten: Wer bei Abholung des Koffers am Gepäckband einen Schaden bemerkt, hat sieben Tage Zeit, diesen der Fluggesellschaft zu melden. „Diese Frist muss unbedingt eingehalten werden“, sagt Führich. Sonst sieht man kein Geld.
  • Eine E-Mail reicht nicht: Die Schadensmeldung bei der Airline muss schriftlich per Brief erfolgen. Passagiere müssen den Schadensfall schildern. Am besten legt man auch noch Fotos des beschädigten Gepäcks bei. Diese eher aufwendige Praxis ist laut Führich nötig, um Missbrauch zu reduzieren. Denn für Passagiere wäre es sonst sehr bequem, anderweitige Schäden am Gepäck bei einer Airline geltend zu machen. Der Lost-and-Found-Schalter ist nicht die richtige Adresse. Dort meldet der Passagier zwar den Verlust eines Koffers – die Schadensmeldung muss aber direkt an die Airline gehen.

Man muss der Airline die Möglichkeit geben, die Kosten so gering wie möglich zu halten.

Prof. Ernst Führich
  • Es wird nur der Zeitwert ersetzt: Bei einem Totalschaden ersetzt eine Airline nie den Neupreis des Ersatzkoffers. „Die Wertminderung wird abgezogen“, erklärt Führich. „Ich bekomme nicht neu für alt.“
  • Nicht eigenhändig reparieren lassen: Die Airlines haben Vertragsunternehmen, die wesentlich günstiger als örtliche Reparaturwerkstätten sind. „Man muss der Airline die Möglichkeit geben, die Kosten so gering wie möglich zu halten“, sagt der Reiserechtler. Das heißt: Man schickt den Koffer der Airline, und diese gibt ihn in Reparatur. „Das ist meist fachgerecht und geht in aller Regel auch recht zügig“. dpa
© Gmünder Tagespost 03.03.2017 16:56
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