Ein Gebäude der ausgebreiteten Arme

Nach 15-monatiger Bauzeit wurde am 6. März die neue Mensa am Beruflichen Schulzentrum Schwäbisch Gmünd eingeweiht. Der Ostalbkreis als Schulträger investierte 4,1 Millionen Euro. Liebel-Architekten schufen einen Solitär.
  • Ein architektonischer Blickfang: Die neue Mensa im Berufsschulzentrum auf dem Hardt. Fotos: tom
  • Die neue Mensa mit Küche.

Am Eingang der neuen Mensa steht eine vom Gmünder Künstler Max Seiz gefertigte Büste: „Also sieht der Mensch“. Treffender könnte die Symbolik des Geschenks der Planer Liebel/Architekten, Stockhammer, Rathioplan, Inglus und Friedel an den „Bauherrn“ Klaus Pavel für diesen Ort nicht sein. Und so sahen die Festredner bei der Einweihungsfeier die Mensa aus ihrem subjektivem Blick – und jeder hatte Recht. Für Schuldekan Dr. Harry Jungbauer und Münsterpfarrer Robert Kloker ist sie „ein Übungsfeld für junge Menschen, um Gemeinschaft und Dankbarkeit zu lernen und zu leben“, der Koordinierende Schulleiter Jens-Peter Schuller freut sich über „Räume zum Luftholen“, Gmünds OB Richard Arnold erkennt ein „Gebäude der ausgebreiteten Arme, einen Solitär im Campus Hardt.“ Und Klaus Pavel betont, dass der Landkreis in seine Schulen kräftig investiere, „weil wir verpflichtet sind, jungen Menschen eine zeitgemäße Lernwelt zu schaffen“.

An der Mensa bündeln sich die Schülerströme von den Gebäuden des Schulzentrums, die Nähe zur Straße ermöglicht die Nutzung für Abendevents. Weil die Schule immer mehr zum Lebensraum für Kinder und Jugendliche wird, war es richtig, nicht nur einen Speiseraum zu schaffen, sondern einen kommunikativen Treffpunkt mit Aufenthaltsqualität. Die Mensa mit weitem Außenbereich liegt zentral in einer „Sitzmulde“. Große Fensterfronten geben Blicke in die Umgebung frei und schaffen fließende Übergänge von innen nach außen. Terrassen und verschiedene Sitzmöglichkeiten laden zum Verweilen ein, eine mobile Trennwand unterteilt den Saal in zwei Bereiche.

Die Planer schafften es, das vorgegebene Raumprogramm in einem kompakten und funktionellen Entwurf unterzubringen. So werden Betriebskosten eingespart. „Entscheidend für einen geringeren Primärenergieverbrauch ist die Nutzung der natürlichen Ressourcen statt hochtechnologischer Systeme“, erklärt Projektleiter Steffen Kainzbauer. So erfüllt die Decke aus Holz gleich mehrere Funktionen: Integrierte Oberlichter schaffen ein stimmungsvolles Ambiente, belüften und beleuchten natürlich den tiefen Raum, so dass der Stromverbrauch sinkt. Einzelne Deckenfelder mit Schallschutzelementen und integrierter LED-Beleuchtung sorgen eine angenehme Akustik. Ein optimierter Dachvorsprung ermöglicht im Winter durch die tiefstehende Sonne die Nutzung der Solarenergie, die steilstehende Sommersonne wird durchs Dach abgeschirmt. Das flache Pultdach ermöglicht eine Lüftung über die natürliche Thermik. Im Außenbereich wurde das Entwässerungssystem des Schulcampus erneuert. Winfried Hofele

Neue Mensa kompakt

Daten/Fakten zur Mensa:
Mensa/Cafeteria mit Aufenthalts- und Erholungsraum, Veranstaltungssaal.
Kapazitäten: 180 Personen bei Essensbetrieb; 400 Personen Reihenbestuhlung, 750 Mahlzeiten pro Tag
Flächen:
Cafeteria mit Außenbereich: 1.033 m²
Cafeteria ohne Außenbereich: 728 m²
Speisesaal: 400 m²
Umbauter Raum: 5.355 m³
Baukosten:4,1 Millionen €
Nachhaltigkeit: Klimakonzept und Bauweise sichern einen geringen Primärenergieverbrauch.

© Gmünder Tagespost 08.03.2017 18:27
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