Schulz als Kanzlerkandidat

Zum Artikel Intercity-Express für „Schulz-Zug“

„Fester Händedruck und direkter Blickkontakt mit Martin Schulz reflektierten bei mir Erwartungen an Souveränität als Redner bei der SPD-Landesversammlung. (...) Auch in Schwäbisch Gmünd hat er soziale Gerechtigkeit und die Steuerpolitik ins Zentrum seines Wahlkampfes gerückt. Diese Positionierung löste bei der SPD-Linken und den Gewerkschaften Zustimmung aus. Differenzen bestehen mit der SPD-Nachwuchsorganisation beim Thema Freihandelsabkommen. Meine Bewertung zur Eignung als Kanzlerkandidat (...) drängten sich auf, als er, aus welchen Gründen auch, wieder von seiner früheren Alkoholabhängigkeit und seiner Schulausbildung ohne Abitur sprach. Als Werbung wäre besser gewesen, die Beherrschung von sechs Sprachen in den Vordergrund zu rücken. Es fand in der euphorischen Aufbruchsstimmung der SPD wenig Beachtung, dass er seine Absichtserklärungen relativierte und zum Ausdruck brachte, dass diese nicht kurzfristig umsetzbar und von unberechenbaren Einflüssen abhängig sind. Zur besseren Einordnung seiner Fähigkeiten ist seine Zeit beim Europa-Parlament zu beleuchten. Er hat es im Schulterschluss mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht geschafft, die Europäische Union aus der Krise zu führen. Das Bestreben, Brüssel mit mehr Macht auszustatten und die Vernachlässigkeit des Subsidiaritätsprinzips des Vertrages von Lissabon haben zum Brexit-Referendum des Vereinigten Königreichs geführt. (...)“

© Gmünder Tagespost 17.03.2017 21:15
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.