Lorch will Stadt sein? – „Genehmigt! Karl.“

Es bedarf nur einer kurzen Notiz von König Karl von Württemberg, um aus dem Marktflecken Lorch die Sadt Lorch zu machen. Das war im Jahre 1865.
  • Nach dem Besuch der Gewerbetage der heutigen Stadt Lorch ist es eine wunderschöne Ergänzung , ins historische Lorch einzutauchen und die Schätze und Kunstwerke im Koster Lorch zu besichtigen oder einfach durch die herrliche Anlage zu spazieren. Foto: Laible/arc
  • Vielseitig zeigt sich die Stauferstadt: modern und innovativ auf der einen, geschichtsträchtig und beschaulich auf der anderen Seite.
  • Auch die Lorcher Innenstadt präsentiert sich einladend. Ein Bummel durch die Gassen lohnt sich. Foto: Archiv

Lorch. Sie ist eine liebenswerte Kleinstadt zum Leben und Wohnen: Mit einem historischen Stadtkern sowie römischer und staufischer Vergangenheit, berühmten Dichtern und Denkern wie Friedrich Schiller und Eduard Mörike, einer Vielfalt an Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung, mit einem regen Vereinsleben und zahlreichen kulturellen Veranstaltungen hat Lorch sowohl seinen rund 11.000 Einwohnern als auch seinen Besuchern einiges zu bieten.

Auch das Wahrzeichen der Stadt, das Kloster Lorch – wo auch das bekannte Stauferrundbild zu besichtigen ist, ist weithin bekannt: Dort wurde 2015 mit einem Festakt das Jubiläum „150 Jahre Stadtrecht für Lorch“ gefeiert.

Das Pfarrdorf wird zur Stadt

Am 22. Juni 1865 erteilte König Karl von Württemberg dem Pfarrdorf und Marktflecken Lorch das Recht, den Titel einer Stadt zu führen - mit dieser kurzen schriftlichen Notiz: „Genehmigt! Karl“.

Der König hatte damit einem Wunsch des alten Stauferörtchens entsprochen, das über Jahrhunderte Sitz des württembergischen Klosteroberamts Lorch gewesen war und nach der französischen Revolution seinen Oberamtssitz an Welzheim verloren hatte. Seit jeher städtisch geprägt, gab es 1865 immerhin das seinerzeit Kameralamt genannte Finanzamt, eine Oberförsterei sowie Arzt und Apotheke am Ort, der auch mit einem altem Markt sowie einer Pfarrkirche mit großem Sprengel versehen war.

Kurz davor war die Remstalbahn eröffnet worden und hatte die Verkehrslage Lorchs verbessert, Handwerk und die ersten Industriebetriebe erlebten einen großen Aufschwung und nicht lange nach der Stadterhebung kamen die ersten Kurgäste in den Luftkurort.

Das historische Erbe, die Hinterlassenschaften der Römer, das Kloster, die Grablege der Hohenstaufen und die Spuren von Schiller und Mörike waren einige der Argumente, die die Lorcher Gemeinderäte in ihrem Schreiben an den König für die Bedeutung ihrer Stadt anführten. Ute Betz

© Gmünder Tagespost 30.03.2017 18:05
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