Sicher fahren auf der Piste

Skifahrer und Snowboarder müssen sich an international gültige Regeln auf den Pisten halten. Sonst kann es bei Unfällen teuer werden.
  • Auch auf Skipisten sind „Verkehrsregeln“ einzuhalten, um mehr Sicherheit zu gewährleisten. Foto: opo

Skifahren und Snowboarden bergen wie alle Sportarten Risiken. Die Regeln des Internationalen Skiverbandes gelten für alle Skifahrer und haben zum Ziel, Unfälle auf Ski- und Snowboardabfahrten zu vermeiden. Jeder Wintersportler auf der Piste ist verpflichtet, sie zu kennen und einzuhalten. Wer unter Verstoß gegen die Regeln einen Unfall verursacht, kann für die Folgen zivil- und strafrechtlich verantwortlich gemacht werden.

1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

Aus den Erläuterungen: „Kollisionen sind häufig die Folge zu hoher Geschwindigkeit, unkontrollierter Fahrweise oder mangelnder Beobachtung. Skifahrer und Snowboarder müssen im Bereich ihrer Sichtmöglichkeiten anhalten und ausweichen können.“

3. Wahl der Fahrspur. Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet. Aus den Erläuterungen: „Vorrang hat der vorausfahrende Skifahrer oder Snowboarder. Wer hinter einem anderen herfährt, muss genug Abstand einhalten, um dem Vorausfahrenden für alle seine Bewegungen genügend Platz zu lassen.“

4. Überholen. Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt. Aus den Erläuterungen ergibt sich, dass die Pflicht des Überholenden für den gesamten Überholvorgang gilt. Die Regeln gelten auch für das Vorbeifahren an einem stehenden Fahrer.

5. Einfahren, anfahren und hangaufwärts fahren.
Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann. Aus den Erläuterungen: „Die Erfahrung zeigt, dass das Einfahren in eine Piste und das Wiederanfahren nach einem Halt gelegentlich zu Unfällen führen. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass ein Skifahrer oder Snowboarder, der anfährt, sich harmonisch und ohne Gefahr für sich und andere in den allgemeinen Verkehrsfluss auf der Abfahrt einfügt. Befindet er sich dann - wenn auch langsam - in Fahrt, hat er gegenüber schnelleren und von hinten kommenden Skifahrern und Snowboardern wieder den Vorrang nach Regel drei. Die Entwicklung von Carvingskis und Snowboards erlaubt es deren Benützern, ihre Schwünge und Kurven auch hangaufwärts auszuführen. Sie bewegen sich damit entgegen dem allgemein hangabwärts fließenden Verkehr und sind entsprechend verpflichtet, sich rechtzeitig auch nach oben zu vergewissern, dass sie das ohne Gefahr für sich und andere tun können.“

6. Anhalten. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen. Aus den Erläuterungen: „Ausgenommen auf breiten Pisten soll der Skifahrer oder Snowboarder nur am Pistenrand anhalten und stehen bleiben. Engstellen und unübersichtliche Abschnitte sind ganz freizuhalten.“

7. Aufstieg und Abstieg. Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

8. Beachten der Zeichen. Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

Aus den Erläuterungen: „Pisten werden nach ihrem Schwierigkeitsgrad schwarz, rot, blau oder grün markiert. Die Fahrer sind frei, ihren Wünschen entsprechende Pisten zu wählen.“

9. Hilfeleistung. Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet. Aus den Erläuterungen: „Hilfeleistung ist, unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht, ein Gebot der sportlichen Fairness. Das bedeutet Erste Hilfe, Alarmierung des Rettungsdienstes und Absichern der Unfallstelle.“

10. Ausweispflicht. Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.

© Gmünder Tagespost 31.10.2017 11:43
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