Frauen stärken und miteinander verbinden

Der Zonta-Club Schwäbisch Gmünd engagiert sich überparteilich, überkonfessionell und weltanschaulich neutral für die Rechte von Frauen. Mit vielen Veranstaltungen und Aktionen ist man das ganze Jahr über aktiv. Regelmäßig erfolgt auch die Übergabe von Spenden.
  • Sabine Dombrowski-Riegert, Gaby Thuma und Michaela Hirner sind stolz darauf, dass der Zonta-Club Schwäbisch Gmünd in zehn Jahren viel erreicht hat. Foto: ub
  • Im September 2017 übergab der Zonta-Club einen Spendenscheck in Höhe von 3.000 Euro an dreiSchwäbisch Gmünder Sozialpartner. Foto: privat

Aktiv gegen Altersarmut mit dem Projekt Lichtblicke, Unterstützung für Schülerinnen in Madagaskar, Benefizkonzerte oder Teilnahme an Aktionen wie „Zonta says No“: Der Zonta-Club Schwäbisch Gmünd setzt sich für die Rechte von Frauen ein - in unserer Stadt und weltweit.

13 Frauen aus den verschiedensten Berufen engagieren sich mit viel Herzblut, um benachteiligte Frauen ideell, persönlich und finanziell zu unterstützen. Viele von ihnen sind von Anfang an aktiv im gemeinnützigen Verein, der 2016 sein zehnjähriges Jubiläum feierte. „Es war ein tolles Fest, an das wir uns alle gerne erinnern“, erzählt Präsidentin Gaby Thuma. Sie ist im zweiten Jahr im Amt. Da das Amt im zweijährigen Turnus vergeben wird, findet im Mai 2018 die nächste Wahl statt.

Auf elf Jahre kann der Gmünder Zonta-Club zurückblicken, international sind Frauen seit fast 100 Jahren engagiert. Gegründet wurde Zonta International am 8. November 1919 in Buffalo, New York. 2016 gab es Clubs in 66 Ländern mit 89.000 Mitgliedern - Tendenz steigend. Der erste deutsche Club wurde 1931 in Hamburg gegründet. Derzeit gibt es bundesweit 134 Zonta-Clubs mit rund 4.600 Mitgliedern, darunter auch zahlreiche prominente Frauen wie Rita Süssmuth und Königin Silvia von Schweden. Ehrenhaft, integer und vertrauenswürdig bedeutet der Name Zonta, der aus dem Lakota, einer Sprache der Sioux-Familie, stammt.

„Das Ziel von Zonta ist es, die Gleichberechtigung zu stärken, Netzwerke zu bilden“, sagt Michaela Hirner, die im zweiten Jahr das Amt der Vize-Präsidentin inne hat. Seit 1969 ist Zonta International bei der UN und seit 1983 im Europarat vertreten. So kann es weltweit mit starker Stimme für die Rechte der Frauen eintreten.

Standen zur Zeit der Gründung vor fast 100 Jahren vorrangig die Frauenrechte im Fokus, geht es heute auch verstärkt um die soziale Absicherung. Mit diesem Hintergrund wurde 2014 von den Gmünder Zontians das Projekt Lichtblicke ins Leben gerufen. „Wir wollen aktiv gegen die Altersarmut bei älteren Frauen in Schwäbisch Gmünd etwas tun“, sagt Schatzmeisterin Sabine Dombrowski-Riegert, „jede zwanzigste Bürgerin über 60 Jahren lebt in unserer Stadt unterhalb der Armutsgrenze.“ Scham, Vereinsamung und somit fehlende Lebensfreude seien die Folge. „Für Lichtblicke können schon ein Blumenstrauß oder ein paar Schuhe sorgen“, sind sich die Frauen einig. Die Unterstützung durch den Zonta-Club erfolgt unter anderem in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, dem Caritasverband und dem Diakonischen Werk und ist unbürokratisch und anonym. Es soll nicht beim Projekt Lichtblicke bleiben. „Wir möchten auch jüngere Frauen unterstützen“, sagt Michaela Hirner.

Die Zonta Philosophie ist Vielfalt: Da die Frauen aus unterschiedlichen Berufsgruppen kommen, können sie ihr Können, Wissen, ihre finanziellen Mittel und Verbindungen in vielen Bereichen einsetzen.

Lokale und weltweite Projekte werden von den Clubs ausgesucht, die dann unterstützt werden. Dafür arbeiten die Gmünderinnen immer wieder auch mit benachbarten Zonta-Clubs zusammen. Wie im November 2014, als gemeinsam mit den Zontians aus Schwäbisch Hall eine große Schuhaktion gegen die wachsende Gewalt an Frauen auf die Beine gestellt wurde. Es war eine Aktion im Rahmen der 2012 von Zonta International gestarteten weltweiten Kampagne „Zonta says NO to Violence against Woman“. Und eine logistische Herausforderung.

Aufmerksam machen

135 Paar aufgestellte Schuhe repräsentierten 135 registrierte Tötungsdelikte. „Für jede Frau, die von 2013 bis 2014 von ihrem Partner umgebracht wurde“, erklärt Gaby Tuma. Außerdem ertönte alle vier Minuten bei der Aktion durch einen Lautsprecher ein markerschütternder Schrei. Er symbolisierte eine weitere unfassbare und traurige Zahl: alle vier Minuten wird in Deutschland eine Frau vergewaltigt.

Das Ziel von Zonta ist es, die Gleichberechtigung zu stärken, Netzwerke zu bilden.

Michaela Hirner
Vize-Präsidentin

Spendenübergaben an „Frauen helfen Frauen“ und „Herzenswege“ oder auch die Zonta Kinoevents im Turm-Theater sind immer ein großer Erfolg. „Paula, mein Leben soll ein Fest sein“, wurde im Januar gezeigt. Mit ihrem Eintrittsgeld von 20 Euro konnten die 250 Zuschauer nicht nur einen tollen Film sehen und ein Buffet genießen, sondern auch soziale Projekte benachteiligter Frauen in ihrer Heimatstadt unterstützen. Der Film für 2018 steht schon fest. „Battle of sexes“ über das Leben der Tennisspielerin Billie Jean King, befasst sich mit dem Thema Bezahlung bei Männern und Frauen.

Immer wieder lädt der Zonta-Club auch zu Vorträgen und Benefizkonzerten ein. „Feel the Gospel“ hieß es in der St. Laurentius Kirche in Waldstetten, vor kurzem begeisterte das Benefizkonzert mit den „Fabulous Farmer Boys and the Lucke Riders“ zugunsten des Projektes Lichtblicke die Gäste.

„Wir stellen fest, dass heute oft Menschen auf uns zukommen, die Aktionen gesehen haben“, freut sich Michaela Hirner. Wie die Fabulous Farmer Boys, die sich spontan für ein Benefizkonzert angeboten haben.

Spenden an Gotteszell für einen Meditationsraum, Unterstützung der in Gmünd lebenden Jesidinnen, Besuche in Altersheimen und vieles mehr: Der Zonta-Club Schwäbisch Gmünd ist in vielen Bereichen engagiert.

„Wir sind stolz darauf, dass wir in den zehn Jahren viel auf den Weg gebracht haben“, betonen die drei Frauen. Wichtig sei, dass von den Spenden, Erlösen und Mitgliedsbeiträgen nur das Allernotwendigste, etwa für Flyer, verwendet wird. Auch die Projekte, die Zonta International unterstützt, werden regelmäßig vor Ort besucht, überprüft und den Clubs darüber berichtet.

Regelmäßige Treffen

Jeden letzten Donnerstag im Monat trifft sich der Zonta-Club im Rokoko-Schlösschen zum Austausch. Die Frauen freuen sich immer über neue Gesichter. Die Zontians sind eine tolle Gruppe, die Frauen sind befreundet, pflegen die Gemeinschaft bei gemeinsamen Ausflügen: „Dann sind auch unsere Männer gerne dabei.“ub

So unterstützen Sie den Zonta-Club Gmünd

Wenn Ihnen die Arbeit des Zonta-Clubs Schwäbisch Gmünd gefällt, freut sich dieser über Ihre Mitgliedschaft oder eine Spende auf Konto:

Zonta-Club Schwäbisch Gmünd
KSK Schwäbisch Gmünd
IBAN: DE73 6145 0050 1000 2779 97

© Gmünder Tagespost 21.12.2017 10:41
1597 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.