Wo der Biersud den Lavastein küsst

Aktion Feuerwehren aus Göggingen, Obergröningen, Pommertsweiler und Sulzbach-Laufen unterstützen den Braumeister der Lammbrauerei bei der Herstellung des Saisonbiers „Basalt“.
  • Vorsichtig versenkt Kommandant Heiko Berntaler aus Pommertsweiler den Korb mit dem ersten heißen Basaltbrocken im Biersud. Braumeister Brian Riedel, im grünen Shirt der Lammbrauerei, lenkt den Einsatz. Fotos: aks
  • Über vier Stunden lang werden die Lavasteine, vor der Brauerei von Feuerwehren bewacht, in den Metalltonnen erhitzt.

Abtsgmünd-Untergröningen

Es dampft und zischt augenblicklich, als der Drahtkorb mit dem schwarzen Steinblock in den Kessel taucht. Kurz darauf schlägt die bernsteinfarbene Flüssigkeit wilde Blasen, schäumt über und schwappt über den Rand. „Ooooach, schaaade“, tönt ein vielstimmiger Kommentar durch den Braukeller. Denn die meisten im Raum wissen, wie wohlschmeckend und kostbar der Trank ist, den Brian Riedel hier braut. Jeder Tropfen, der auf den Steinboden trifft, landet nicht als „Basalt“ in den Flaschen, die in rund drei Wochen trinkfertig bereitstehen. „Um jeden Tropfen ist es schade“, versichert ein Feuerwehrmann aus Pommertsweiler. Die Warnung: „auflecken verboten“, erntet nicht nur gutmütige Lacher, sondern auch eine gehörige Portion Verständnis.

Die Stimmung in der „Hexenküche“ der Lammbrauerei könnte besser nicht sein. Denn allein die fünf Stunden, die dieser besondere Moment als Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt, machen die Verarbeitung dieses letzten Suds des Jahres 2017 zu einem Event. Sieben Anmeldungen hatte Brauerei-Chef Andreas Kunz von den Feuerwehren. Zum Zuge kamen die Floriansjünger aus Göggingen, Obergröningen, Pommertsweiler und Sulzbach-Laufen. Als sie zu diesem außergewöhnlichen Einsatz anrückten, fanden sie vier brennende Metallfässer vor. Walter Maier und Robert Keck hatten mit einem Festmeter Buchenholz dafür gesorgt, dass die Lavasteine, die der Gaildorfer Steinmetz Markus Wolf aus der Eifel angeschafft hatte, das passende Milieu vorfinden würden. Fast vier Stunden lang würden die vier Basaltbrocken jeweils unter Aufsicht der Wehren, auf Temperatur gebracht. Dann in Drahtkörben die enge Treppe hinauf gewuchtet und im köstlichen Biersud „abgekühlt“.

Diesen hatte Braumeister Brian Riedel seit 12 Uhr streng nach den Vorschriften des Reinheitsgebots hergestellt: Dunkle Malze karamellisiert, mit Wasser gemaischt und abgeläutert und die 3000 Liter unter Zugabe von Hopfen zum Kochen gebracht.

Wir hatten diesmal Anmeldungen von sieben Feuerwehren.

Andreas Kunz,
Brauerei-Chef

Nasen schmeichelnder Malzduft lässt dem großen Publikum das Wasser im Mund zusammenlaufen, als die glühenden Steine ihre Arbeit getan haben. Nach einer letzten Hopfengabe heißt es dann warten – bis zum 21. Januar, wenn beim Jubiläum im „Hinz und Kunz“ in Gmünd das erste Basalt ausgeschenkt wird.

© Gmünder Tagespost 29.12.2017 16:01
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