Lesermeinung

Leserbrief zum Ende des „Flugplatzblasens“:

Ach, der arme Oliver Harsch, hat der LSR ihm nun sein Flugplatzblasen genommen, einfach so! Obwohl doch alle sowas von begeistert von dieser „Veranstaltung“ waren. Und dann noch diese Begründung: „Wasserschutzgebiet, Asphaltierung“ – welch ein Skandal! Und außerdem ist der Flugplatzbetrieb ja eh viel lauter und viel gefährlicher als das Ausleben eines Hobbys. Jaja, es ist ja nur ein Hobby und dient keineswegs dem Erzielen eines Gewinns – wer soll denn diesen Witz glauben? Wie fern der Realität ist dieser Mann eigentlich, wenn er behauptet, dass es keinerlei Beschwerden gab. Wäre er doch nur in eine einzige Ortschaftsratssitzung gekommen, dann hätte er gehört, wie sich „keine“ Beschwerden anhören. Völlig fernab jeglicher Tatsache ist auch die Behauptung, dass die Anwohner sowieso nicht begeistert von Flugplatz sind. Falsch, Herr Harsch! Die unmittelbaren Anwohner und das ganze Härtsfeld schätzen ihren Flugplatz, sind jedoch gegen jede Form der Instrumentalisierung ihrer selbst. Die sogenannte Rennsportcommunity wird sich nun für ihre lärmende und tonnenweise CO2-produzierende Veranstaltung eine der tausenden Gemeinden auswählen müssen, die sich über ein Event dieser Art freuen. Wie wäre es etwa mit Hockenheim, einer traditionsreichen Strecke in der Eifel oder in der Lausitz? Hierzulande ist es jedenfalls nur Recht, dass es ab nun heißt: „no more Flugplatzblasen“.

Hannes Marcinkowski,

Neresheim

© Gmünder Tagespost 06.02.2018 18:37
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Kommentare

Telegrafenamt

Wie schnell doch die Menschen dabei sind, nachzutreten, wenn sie etwas nicht betrifft. Und was, wenn es morgen nicht mehr gegen die geht, die den Motorsport als Hobby betreiben?

Sondern, sagen wir, gegen den Karneval? Viele Verletzte jedes Jahr, Alkoholvergiftungen, Produktivitätsausfall - warum soll unsere Gesellschaft das tragen?

Oder gegen Fleischkonsum? Flächenverbrauch durch Futtermittelanbau, übermäßiger Antibiotikaeinsatz, um möglichst günstig möglichst viel Masse produzieren zu können, Methan-Emissionen aus der Rinderzucht - warum sollte die Gesellschaft das weiter akzeptieren?

Nein, so kommen wir nicht weiter. Auch wenn für mich persönlich das Flugplatzblasen keine Bedeutung hat, so ist es doch für viele Menschen eine Möglichkeit, ihrer Leidenschaft nachzugehen, sich zu treffen, sich im friedlichen Wettstreit zu messen. Es ist bedauerlich, wenn diese Möglichkeit in Zukunft nicht mehr gegeben ist.

Für die Gehässigkeit, die aus dem Leserbrief spricht, gibt es keinen Grund.