• Am 17. Juli sind die Neue Vocalsolisten aus Stuttgart in der Johanniskirche zu Gast. Foto: privat
  • Auch Markus Ehrlich ist in Gmünd dabei. Foto: FilisGeldec
  • Der Dresdner Kammerchor tritt am 28. Juli im Heilig-Kreuz-Münster auf. Foto: Windolph

Fortsetzung von Seite 18

Heinrich Schütz zum Verlieben gibt es am Samstag, 28. Juli, um 20 Uhr mit dem Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann. Die jungen Profis von „Il Gusto Barocco“ um den Stuttgarter Dirigenten Jörg Halubek beschließen das Festival am Samstag, 4. August, um 20 Uhr mit Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ in der Augustinuskirche.

Erfrischendes für die Sinne

Das Raum-, Klang- und Bewegungstheater „Utopien“ von Dieter Schnebel ist mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart als szenische Aufführung am Dienstag, 17. Juli, um 20 Uhr in der Johanniskirche zu erleben – ein beeindruckender Spaziergang durch das Denken und musikalische Schaffen des Komponisten. Bereits einen Grammy und viele weitere Preise hat das estnische Vokalensemble Vox Clamantis gewonnen, das am Mittwoch, 18. Juli, um 20 Uhr die Gregorianik des Mittelalters mit zeitgenössischer Elektronik kombiniert. Im Anschluss an das Konzert ehrt Oberbürgermeister Richard Arnold den Gregorianik-Experten Godehard Joppich mit dem Preis der Europäischen Kirchenmusik 2018.

Sinnliche Klänge und Düfte erwarten die Besucher des Duftkonzerts am Freitag, 20. Juli, um 21.30 Uhr in der Johanniskirche: Zu Gast ist der berühmte Jazz-Musiker Michel Godard mit Freunden und die Parfumière Ursula S. Yeo. Sie zaubern gemeinsam ein einzigartiges Konzerterlebnis für die Sinne.

Internationale Gäste

Aus Frankreich kommt das Weltklasse-Ensemble La Rêveuse, das die Festivalgäste mit „Devotional Songs und Anthems“ von Henry Purcell in den englischen Musikfrühling des 17. Jahrhunderts entführt. Eine Zeit, in der Purcell seine Leidenschaft für das Theater entdeckte und seine geistlichen Kompositionen mit viel Sinn für Effekte und wechselnde Farben ausstattete.

Das zweite Nachtkonzert des Festivals ist mit dem Titel „Die Sonografen“ überschrieben: Am Freitag, 27. Juli, um 21.30 Uhr mischt Friedemann Dähn (Violoncello) die klassischen Solo-Suiten von Johann Sebastian Bach mit eindringlichen Elementen aus der Elektronik zu einer aufregenden Musik. Dazu wirft der Stuttgarter Künstler Kurz Laurenz Theinert mit seinem Licht-Klavier ein farbenreiches 360-Grad-Panorama an die Wände der Johanniskirche.

Eine weitere Performance in der Johanniskirche bezieht sich auf den bekannten Spielfilm „Rampenlicht“ (1952) von Charlie Chaplin: Eine Tänzerin tritt auf, die plötzlich nicht mehr tanzen kann, und ein Clown, der es nicht mehr schafft, das Publikum zum Lachen zu bringen. Zu dieser berührenden Geschichte hat Regisseurin Daniela Aue mit den Darstellern Stephanie Roser und Lukas Aue die Tanz-Performance „Schwarzweiß“ geschaffen, die am Dienstag, 31. Juli, um 20 Uhr über starke sinnliche Bilder die existenziellen Fragen unseres Menschendaseins thematisiert.

Neue Wege der Sinnlichkeit eröffnen auch die vier innovativen Gmünder Künstler von „Sandfiction – Experiment 4k“ am Donnerstag, 2. August, um 21 Uhr in der Johanniskirche. Ihr Name ist Programm: Schauspiel von Sarah Gros NF, Klänge des Violoncellos von Peter Nickel, elektronische Sounds von Xoforo und mit Sand gemalte Bilder von Chris Kaiser verschmelzen sie zu einem Science-Fiction-Konzert nach einem Roman von Herbert Franke.

Orgel-Power vom Feinsten

Die Organistinnen Rie Hiroe aus Tokio und Isabelle Demers aus Kanada sind mehrfache Preisträgerinnen der bedeutendsten Wettbewerbe weltweit. Mit Werken von Johann Sebastian Bach, César Franck, Akira Nishimura und Charles-Marie Widor wird Rie Hiroe am Freitag, 20. Juli, um 18.30 Uhr alle Register der großen Klais-Orgel im Heilig-Kreuz-Münster ziehen. Isabelle Demers wird am Freitag, 27. Juli, um 18.30 Uhr im Münster zu hören se3in. Überall wo sie auftritt, entfacht sie regelrechte Begeisterungsstürme. Ihr Repertoire für das Orgel-Recital in Schwäbisch Gmünd reicht von Johann Sebastian Bach über Friedrich Smetana bis Olivier Messiaen.

Das dritte Orgelkonzert des Festivals gestalten die Teilnehmer des Meisterkurses für Orgelimprovisation unter der Leitung von Ansgar Wallenhorst. Sie garantieren am Freitag, 3. August, um 18.30 Uhr einen kreativen und spannenden Orgelsound. Im anschließenden Nachtkonzert um 21.30 Uhr in St. Franziskus Schwäbisch Gmünd gibt der junge Stuttgarter Organist Peter Schleicher dem großartigen Stummfilm „Der General“ (1926) von Buster Keaton den richtigen „Drive“: Er kitzelt virtuos alle klanglichen und technischen Finessen aus seinem Instrument und unterstreicht damit auf einzigartige Weise die Filmkomödie um den Lokomotivführer Johnnie. pm

Die umfangreiche Festivalbroschüre und Karten sind erhältlich beim i-Punkt, Marktplatz 37/1, 73525 Schwäbisch Gmünd, Telefon (07171) 603-4250.
Karten und weitere Informationen unter www.kirchenmusik-festival.de.

© Gmünder Tagespost 09.07.2018 21:58
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