Locker und unverkrampft zum neuen Job

Das Schuljahr neigt sich dem Ende entgegen, viele Schüler stehen vor dem Start in die Berufswelt. Die Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schule Schwäbisch Gmünd haben beim Bewerbungstraining der SDZ Druck und Medien GmbH und der Kreissparkasse Ostalb wertvolle Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch erhalten.
  • Wolfgang Grandjean, Marketingleiter der SDZ Druck und Medien GmbH (li.), bei der Moderation des Bewerbungstrainings, in dem Manuela Trinkhaus und Joachim Fischer (M.) von der Kreissparkasse Ostalb dem Schüler Julian Steeb (re.) ihre Fragen stellten. Foto: als
  • Beim Vorstellungsgespräch kommen auf die Bewerber oft auch unangenehme Fragen zu. Foto: Alexander Schäffer

Schwäbisch Gmünd-Bettringen. Bevor für viele Schülerinnen und Schüler nach der Schule mit dem Start in die Berufswelt ein neuer Lebensabschnitt beginnt, muss zunächst einmal die erste große Hürde überwunden werden: überhaupt einmal eine Lehrstelle im Wunschberuf zu bekommen.

Wie man das am besten anstellt und welche Fettnäpfchen es dabei besser zu vermeiden gilt, haben die Schülerinnen und Schüler der Klassen 11 und 12 der Kaufmännischen Schule in Schwäbisch Gmünd am Dienstag beim Bewerbungstraining der Kreissparkasse Ostalb und der SDZ Mediengruppe erfahren.

Unternehmen kämpfen um Azubis

Wolfgang Grandjean, Marketingleiter der SDZ Druck und Medien GmbH, erklärt: „Wir als Unternehmen stehen heutzutage in einem Markt, in dem man um die Auszubildenden kämpfen muss. Wir gehen in die Schulen hinein, um als Arbeitgeber bekannt zu werden und damit wir auch auf die Probleme und Schwierigkeiten der Schüler eingehen können. Die Schüler können das, was sie heute hier erlebt haben, morgen in der Zeitung nachlesen. Zeitung ist mehr als nur reine Informationsvermittlung.“

Joachim Fischer, Personalleiter der Kreissparkasse Ostalb, ergänzt: „Als Arbeitgeber ist uns vor allem wichtig, dass sich die Bewerber im Vorfeld über den jeweiligen Betrieb informieren und sich mit dem Job auseinandersetzen. Der Bewerber sollte sich im Klaren darüber sein, was er möchte und wohin er möchte.“

Nach einer kurzen Anmoderation von Wolfgang Grandjean durfte sich Julian Steeb aus der 12. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums sogleich fiktiv als Bankkaufmann bewerben. „Eigentlich möchte ich nach der Schule lieber Physik studieren“, gab Julian lächelnd zu. „Doch jetzt zur Probe ist Bankkaufmann auch okay.“

Ausbildungsleiterin Manuela Trinkhaus und Personalleiter Joachim Fischer, beide bei der Kreissparkasse Ostalb tätig, schlüpften in die Rolle der Personalchefs und warteten gespannt auf den Verlauf des Gesprächs. Wolfgang Grandjean stellte vor dem Beginn des Gesprächs für die Schüler nochmals heraus, dass hier im Vorfeld nichts geprobt worden war und Julian bis jetzt noch ahnungslos sei, welche Fragen auf ihn zukommen würden. Dabei werden 70 bis 80 Prozent aller im Folgenden gestellten Fragen bei einem Vorstellungsgespräch tatsächlich so gestellt.

Eine gute Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch ist wichtig.

Joachim Fischer,
Personalleiter Kreissparkasse Ostalb

Der erste Eindruck zählt

Nachdem Julian den Raum betrat und alle Anwesenden freundlich begrüßt hatte, erzählte er zuerst etwas über sich. Moderator Wolfgang Grandjean unterbrach kurz und fragte die anwesenden Schüler, was sie vom ersten Eindruck hielten – denn der erste Eindruck zähle und der ließe sich hinterher auch nicht mehr nachträglich korrigieren. Julians erster Auftritt war souverän, sodass das Vorstellungsgespräch fortgesetzt werden konnte.

„Auf welche Erfolge der vergangenen zwei Jahre sind Sie stolz?“ fragte Manuela Trinkhaus den Bewerber. Julian erwiderte, dass er früher in Englisch nicht so gut gewesen sei und sich hier verbessert habe. Wolfgang Grandjean fasste zusammen: „Ihr müsst eure Stärken und Schwächen offenbaren können, denn niemand kauft es euch ab, wenn ihr vorgaukelt, keine Schwächen zu haben.“

Julian sah sich schon mit der nächsten Frage von Herrn Fischer konfrontiert: „Was wissen Sie über die Kreissparkasse Ostalb?“ Julian überlegte kurz: „Es ist der größte kaufmännische Ausbildungsbetrieb im Ostalbkreis. Laut Statistiken hat jeder zweite Deutsche ein Konto bei der Sparkasse. Nur ich nicht.“

Die Schüler brachen in schallendes Gelächter aus. „Das ist keinesfalls verwerflich“, lenkte Wolfgang Grandjean ein, „wenn ihr noch nicht mit dem Betrieb, bei dem ihr euch beworben habt, verbunden seid. Das macht nichts.“

In der Tat. Wirklich wichtig ist, beim letzten Eindruck in einem Vorstellungsgespräch noch einmal souverän herüberzukommen, denn der letzte Eindruck bleibt bei den Gesprächspartnern hängen. Das hat Julian geschafft, er bekam zum Dank für seine Teilnahme noch einen Preis überreicht.als

© Gmünder Tagespost 11.07.2018 14:44
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