Lesermeinung

Zum Lkw-Unfall bei Lautern.

Nur wenigen Menschen im Ostalbkreis dürfte der spektakuläre Lkw-Unfall von letzter Woche an der Steige zwischen Lautern und Lauterburg entgangen sein. 25 Tonnen Teermasse (Bitumen) gingen nebst Lkw den Hang hinab. Der Lkw wurde mittlerweile geborgen. Der stinkende Teerhaufen (geschätzt 8 mal 8 Meter und stellenweise 40 Zentimeter dick) liegt noch und soll laut Landratsamt auch in der Natur liegen bleiben. Unterhalb verläuft der Wäschbach, der quellnah klares und sauberes Wasser ins Tal bringt.

Eine Deckschicht Humus soll die Lösung sein! Ist ja auch am günstigsten. Und man sieht ja dann auch nichts mehr. Nur dass an dieser Stelle in den nächsten 100 Jahren oder mehr kein Pflänzchen mehr wächst oder stinkende Brühe ausgewaschen wird.

Meine Damen und Herren des Landratsamts, das kann nicht ihr Ernst sein! Meine Erwartung und klarer Appell an Sie: Sorgen Sie dafür, dass der Verursacher den Schaden behebt und den Teerberg beseitigt, auch wenn es aufwendig ist und ein paar Euros kostet.

© Gmünder Tagespost 30.07.2018 18:26
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Kommentare

Edgar Kuchelmeister

... das sehe ich auch so!

Kann ich nicht verstehen, wenn ich als Privatperson solch einen Schaden verursachen würde, wäre ich selbstverständlich haftbar. Warum der Unternehmer nicht? Der ist doch auch versichert!

tsh

1) In der ersten Meldung der Schwäpo war fälschlicherweise noch von Teer die Rede, später dann korrekterweise um Bitumen. Es handelt sich hierbei nicht um Teer (gewonnen aus der Pyrolyse organischer Naturstoffe), sondern Bitumen (teilweise natürlich vorkommend, die Hauptmasse kommt heutzutage aber aus der Destillation von Erdöl). Beides sieht zwar ähnlich aus, es besteht aber hinsichtlich Zusammensetzung, Gesundheitsschädlichkeit und anderer Eigenschaften ein sehr großer Unterschied. Teer ist wegen seiner krebserregenden Inhaltsstoffe bei uns seit 1984 für den Einsatz im öffentlichen Bereich (Straßenbau,..) vollständig verboten. Die Umgangssprache macht hier oft keinen Unterschied, so werden Straßen hierzulande immer noch "geteert", obwohl Asphalt (Mischung aus Bitumen und Gesteinskörnungen) aufgebracht wird.

2) Grundsätzlich gehört natürlich auch Bitumen nicht in den Wald, ebensowenig wie anderer Müll, Bauschutt, Grünschnitt,... Allerdings würde ich vor einer bedingungslosen Forderung nach Entfernung erstmal prüfen, was schädlicher ist: drinlassen oder mit großem Aufwand und nicht unbedingt naturförderndem Maschineneinsatz kleinmachen und abtransportieren. Gerade bei der Hanglage könnte die Natur dadurch stark leiden. Das läßt sich aber nur von einem Fachmann vor Ort beurteilen.
3) Nicht weit entfernt verläuft eine Straße aus DEMSELBEN Material und hat deutlich mehr als 8x8m Abmessungen. Mir ist noch nicht aufgefallen, dass hier permanent eine "stinkende Brühe" ausgewaschen wird. Auf dem "nackten" Bitumen wächst natürlich nichts, daher die Aufbringung von Humus. Ich könnte mir gut vorstellen, dass in wenigen Jahren dort die üblichen Büsche, Sträucher und Brombeeren wachsen wie ein paar Meter nebendran.

4) Mir ging aus den Artikeln nicht klar hervor, wer der Grundstückseigentümer ist (privat, Gemeinde,...?), wer der "Auftraggeber" des LKWs ist und wie der Unfall zustande kam. All dies muss man (mindestens) wissen, um die Haftung abzuklären.
5) Natürlich ist das Bitumen ein Störfaktor und gehört da nicht natürlicherweise hin, eine Gefahr für die Öffentlichkeit geht von ihm aber eindeutig nicht aus. Bleibt also eine eher privatrechtliche Entschädigungsvereinbarung zwischen Verursacher und Grundstückseigentümer. Da das Landratsamt den Verbleib des Bitumens im Wald und die Humusschicht als Lösung "präsentiert" hat, dürften sich Verursacher und Grundstückseigentümer auch über die Entschädigung einig geworden sein.