Die eigenen Stärken entdecken

Kammerpräsident Joachim Krimmer und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich sprechen über Perspektiven in handwerklichen Berufen.
  • Interview mit Kammerpräsident Joachim Krimmer (li.) und Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich über die Perspektiven handwerklicher Berufe. Foto: Handwerkskammer Ulm

In ganz Deutschland präsentieren sich zum „Tag des Handwerks“ Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften, sowie zahlreiche Innungen und Betriebe, um auf die Zukunftschancen im Handwerk hinzuweisen. Wir haben uns darüber mit dem Präsidenten der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer, und mit Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich unterhalten.

Herr Krimmer, welche Chancen bietet das Handwerk jungen Menschen, die bald mit der Schule fertig sind?

Joachim Krimmer: Über 130 Handwerksberufe warten darauf, von jungen Menschen erobert zu werden. Jeder kann seine persönlichen und beruflichen Stärken und Talente bei uns entdecken, verwirklichen und ausbauen. Egal, ob Holz, Metall oder Glas – hier kann jeder finden, was ihn begeistert. Und diese Tätigkeiten werden in der Zukunft gebraucht werden.

Was kommt nach der Lehre?

Joachim Krimmer: Mit einer abgeschlossenen Ausbildung kann der Geselle oder die Gesellin wertvolle Erfahrungen im Betrieb sammeln. Wer möchte, kann sich zu jeder Zeit in seinem Berufsleben weiterentwickeln: Ausbildereignungsprüfung, Kaufmännischer Fachwirt, der Meistertitel, ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität, der Betriebswirt im Handwerk oder die Betriebsübernahme. Es gibt 2200 Betriebe, die aktuell oder bald einen Nachfolger suchen. Kreativität und eigene Projekte sind im Handwerk gefragt. Viele Betriebe suchen gut ausgebildete Handwerker, die in einer Führungsaufgabe Verantwortung übernehmen.

Welche Themen beschäftigen die Handwerksbetriebe aktuell?

Joachim Krimmer: Das Thema Digitalisierung beschäftigt die Betriebe zunehmend. Das Handwerk wird zunehmend digital. Zum Beispiel fährt der Elektroniker nun täglich mit dem Tablet zur Baustelle oder kocht via Smartphone Kaffee für den Kunden. Die Tätigkeiten entwickeln sich weiter, das Handwerk geht mit der Zeit.
Dr. Tobias Mehlich: Es verändern sich dadurch natürlich auch die Anforderungen an die Auszubildenden und Fachkräfte – ein großes Thema der Handwerksbetriebe. Die wirtschaftlichen Perspektiven werden im Handwerk grundsätzlich gut bleiben. Dies zeigt ein Blick auf die Konjunktur. Zum Beispiel die Auslastung der Betriebe ist in diesem Jahr von Quartal zu Quartal gestiegen. Wir müssen weiter junge Menschen für das Handwerk begeistern, denn sie sichern als Fachkräfte unseren Wohlstand in der Zukunft. Das Handwerk braucht Menschen, die begeistert sind und Freude an ihrem Beruf haben, der jeden Tag ein bisschen anders ist und sich ständig weiterentwickelt. pm

Die Mitarbeiter der Handwerkskammer Ulm mit den Bildungsakademien sind von Montag bis Freitag, mindestens von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr, erreichbar: Tel.: 0731/14250 E-Mail: info@hwk-ulm.de; www.hwk-ulm.de www.facebook.com/HandwerkskammerUlm

„Made by Hand“in Ellwangen: Eine schöne Veranstaltung in Zusammenhang mit dem bundesweiten Tag des Handwerks ist die „Made by Hand“ in Ellwangen am Sonntag, 16. September, von 13 bis 18 Uhr.
Im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags und eines Streetfood-Festivals präsentieren sich rund 10 verschiedene Handwerksbetriebe auf dem imposanten Marktplatz der Stadt. Neben vielen Programmpunkten in der City gibt es auch einen spannenden Kunsthandwerkermarkt. Das gesamte Programm gibt es online unter www.ellwangen.de und www.pro-ellwangen.de.

© Gmünder Tagespost 12.09.2018 16:43
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