Lesermeinung

Zur Hessenwahl:

Ministerpräsident Bouffier konnte einem am Wahlabend leid tun, als er gute Miene zum bösen Spiel machte, musste sein Landesverband doch die Zeche bezahlen für die „never ending Story“ des Berliner Komödienstadels unter der Regie der Zirkusdirektoren Merkel, Seehofer und Nahles. Merkel wie Nahles liegen in den Seilen und versuchen sich, längst schon angezählt, quälend in die nächste (Ko?)Runde zu schleppen. Allerdings hat Frau Merkel das falsche Handtuch geschmissen, als sie lediglich ihren Verzicht auf den Parteivorsitz ankündigte. Da die Hessenwahl ein deutliches Misstrauensvotum gegen die dahinsiechende Groko ist, wäre ein Rücktritt Merkels von ihrem Kanzleramt das richtige Fanal gewesen für einen möglichen Neubeginn.

Den gleichen Schritt müsste auch Frau Nahles tun, um den schleichenden Schrumpfungsprozess ihrer in der Agonie liegenden SPD zu stoppen. Was die SPD dringend braucht, ist ein neues „Godesberg“, ein Godesberg wohlgemerkt, das dem Generationenwechsel Rechnung trägt und schlüssige Konzepte für die wachsenden Herausforderungen wie Migration, Umwelt, Energiewende, Klimawandel, Digitalisierung liefert und den Bürgern, überzeugende Perspektiven aufzeigt, ohne dabei ihr Postulat „soziale Gerechtigkeit“ hintanzustellen. Ob dieser Weg der Neuorientierung nur in der Oppositionsrolle möglich ist, sei dahingestellt.

© Gmünder Tagespost 01.11.2018 22:11
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Kommentare

derleguan

...Natürlich ist der Weg zur "sozialen Gerechtigkeit" nur in der Opposition möglich. Aber haben wir die Zeit noch? Wenn die AfDan die Macvht kommt und aus irgend einem fadenscheinigen Grund eine Art "Ermächtigungsgesetz" auf den Weg bringt, dann kann die SPD einpacken mit ihrer "sozialen Gerechtigkeit".

Edgar Kuchelmeister

derleguan schrieb am 04.11.2018 um 18:19

...Natürlich ist der Weg zur "sozialen Gerechtigkeit" nur in der Opposition möglich.

Natürlich ist das Unsinn! Wer regiert bestimmt die Richtung! Nur wo sehen Sie "soziale Gerechtigkeit" in der SPD? Die wurde mit Leuten wie Gerhard Schröder nachhaltig entsorgt. Die SPD hat nur noch die Funktion eine Regierungsbildung zu unterstützen. Martin Schulz, mit seiner Idee diese Partei in der Opposition zu erneuern, wurde an Nahles und Scholz (das ist der mit dem G20-Debakel aus Hamburg) verfüttert. Diese Partei hat sich von den Ideen ihrer Gründer gänzlich verabschiedet. Interessant ist, dass die SPD deutlich unter 20% sinkt und Ihre Politiker noch immer einen "Regierungsauftrag" sehen. Absolutes Tunneldenken!