Unterstützung bei epileptischen Anfällen

Der 13. Gmünder Epilepsietag steht unter dem Motto „Epilepsie – und was jetzt?“. Am Samstag, 10. November, können sich Betroffene, Angehörige und Interessierte ab 14 Uhr zu dem Thema im Stauferklinikum austauschen. Experten teilen ihr Wissen in informativen Vorträgen.
  • Epilepsie kann jeden treffen. Betroffene finden bei der SHG Unterstützung. Foto: SHG
  • Die SHG bietet informative Vorträge und Diskussionsrunden. Foto: SHG

Schwäbisch Gmünd. Der Gmünder Epilepsietag ist schon seit Jahren eine wichtige Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und Mediziner. Der 13. Gmünder Epilepsietag findet am Samstag, 10. November von 14 bis 17 Uhr im Foyer des Stauferklinikums statt. Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto „Epilepsie – und was jetzt?“.

Den Auftakt der Veranstaltung macht die Epilepsie-Botschafterin Anja Zeipelt mit dem Vortrag „Epilepsie, eine teuflische Krankheit?“ Sie geht in ihrem Vortrag auf die verschiedenen und teils abenteuerlichen Betrachtungsweisen dieser doch relativ häufigen Erkrankung ein, und stellt dar, warum manche Menschen auch heute noch Angst vor Epilepsie haben.

Für den anschließenden Vortrag konnte Dr. med. Keimer, Neuropädiater am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd, als Referent gewonnen werden. Mit seinem reichhaltigen und langjährigen Erfahrungsschatz auf dem Gebiet der Epilepsie stellt er alternative Behandlungsmöglichkeiten wie die Vagusstimulation oder die ketogene Diät vor, und geht dabei auch auf die jeweiligen Vor- und Nachteile der Therapien ein. Abgerundet wird die Veranstaltung mit einem Vortrag, der einen sozialen Aspekt der Krankheitsbilds Epilepsie beleuchtet. Die Diagnose Epilepsie bedeutet oftmals einen Schock für die Betroffenen. Mit dem Vortrag von Doris Schäfer, SHG Darmstadt, wird die Epilepsie aus Sicht des Ehepartners betrachtet.

Hilfe ist notwendig

„Epilepsie benötigt Offenheit“, so Klaus Meyer, 1. Vorsitzender der Selbsthilfegruppe für Anfallskranke in Gmünd und Umgebung e.V. (SHG) für Anfallskranke. Leider sei dieser Anspruch mit dieser Kernaussage noch nicht Bestandteil der heutigen Gesellschaft. Jeder Betroffene spüre, wie die Angehörigen, die Vorurteile und die Stigmatisierung mit diesem Krankheitsbild. Man fragt sich jetzt: „Wem kann ich mich anvertrauen, wer wird mich verstehen?“ Hinzu kommt die Ungewissheit, dass die Ärzte nur eine Prognose zum weiteren Verlauf der Krankheit abgeben können, sowie die Angst, nun dauerhaft auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen zu sein.

Um nicht an diesem Punkt stehen zu bleiben, ist eine aktive Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild notwendig. Hier sieht die Selbsthilfegruppe ihre Aufgabe – durch aktive Unterstützung beizustehen. Neben dem regelmäßigen Gruppenabend (im Büro der SHG jeweils am letzten Mittwoch im Monat, um 19 Uhr in der Kappelgasse 13 in Schwäbisch Gmünd) bietet sie einen weiteren Service an. Jeweils am zweiten und vierten Donnerstag im Monat bietet man im Büro Sprechstunden in der Zeit von 16 bis 17.30 Uhr an.

Die SHG sowie die Praxis Dr. med. Scheidt laden hierzu ein. Der Eintritt ist frei. pm

© Gmünder Tagespost 08.11.2018 22:08
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