Lesermeinung

Zur Situation beim VfR Aalen:

„Nach dem glücklichen Unentschieden beim Schlusslicht Eintracht Braunschweig, wo ein Dreier fest eingeplant war, hat sich die bedrohliche Lage beim mittlerweile Tabellenvorletzten VfR Aalen dramatisch zugespitzt.

Nichtsdestotrotz hält man sich in der Vorstandsetage bedeckt, nachdem man bisher Trainer Argirios Giannikis den Rücken gestärkt hat. Dieser versucht nach wie vor, Niederlagen zu relativieren und schön zu reden, sich blauäugig an Illusionen zu klammern, Durchhalteparolen von sich zu geben und Zweckoptimismus zu versprühen. Und wenn er den aktuellen Tabellenplatz gänzlich ausblendet und die „Vokabel Abstiegskampf nicht in den Mund nimmt“ (Giannikis), so spricht dies für naive Realitätsferne, die nur Kopfschütteln hervorrufen kann.

Überhaupt vermisst man in der ganzen Spielkultur ein schlüssiges taktisches Konzept, eine erkennbare Spielidee – man denke nur an die ständige Fluktuation bezüglich der Mannschaftsformation und an die eklatante Defensivschwäche bei Standards. Eine klare Handschrift des Trainers, der sich im permanenten Experimentiermodus befindet und sich bei seinen Spielanalysen oftmals in Widersprüche verstrickt, ist jedenfalls nicht zu erkennen.

Sollte das kommende Heimspiel gegen Cottbus wieder in die Binsen gehen, ist der Supergau vorprogrammiert, denn mit den nächsten Auswärtsgegnern Rostock und Wehen-Wiesbaden warten ganz andere Kaliber. Und sollte der VfR mit einem dürftigen 15-Punkte-Konto überwintern, gerät die Rückrunde zur Mission impossible.

Wie oft darf Herr Giannikis eigentlich noch verlieren bzw. nicht gewinnen, bis er endlich zur Disposition steht? Wie lange soll die Misserfolgsserie noch anhalten? Lotte und Großaspach haben jedenfalls in einer ähnlichen Situationen rechtzeitig die Reißleine gezogen.“

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

© Gmünder Tagespost 04.12.2018 19:08
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Kommentare

Klaus Pieper

Alter Grieche, da geht die Post ab. Wo anders wäre der Herr Giannikis längst vor die Tür gesetzt worden;

bei Vereinen die es sich leisten können. Dass das Geld beim VfR Aalen nicht gerade im Überfluß vorhanden ist, weiß auch Herr Giannikis, und somit hat er eine unbefristete Arbeitsplatzgarantie.

Jedes Wochenende neue Durchhalteparolen, das beeindruckt auch die Vorstandschaft, und so wird es kommen, wie es kommen muss. Abstieg. Selbst dann wird es vermutlich noch heißen "Wir haben Alles versucht, die Mannschaft hat Alles gegeben, das Glück war nicht auf unserer Seite" u.ä.