Lesermeinung

Zur möglichen Einführung einer zweiten Europa-Liga

Kaum dass konfuse Pläne über die Einführung einer europäischen Superliga ruchbar geworden sind, spukt in den Köpfen einiger UEFA-Funktionäre eine weitere Chimäre, die Etablierung eines zweiten Europa-Liga Wettbewerbs nämlich, ein Projekt, dem man in der DFB-Zentrale nicht abgeneigt zu sein scheint.

Dass angesichts unattraktiver Gegner und der zunehmenden Übersättigung mit Life-Übertragungen magere Einschaltquoten zu erwarten sind, schert die Herren herzlich wenig, Hauptsache der Rubel rollt. Die Realisierung dieses Vorhabens würde jedenfalls zu einer inflationären Aufblähung der internationalen Wettbewerbsszene führen. (...)

Dessen ungeachtet wissen die Fifa-Strategen, allen voran der mit einem Mafioso-Gen ausgestattete Blatter-Verschnitt Infantino, der sich als Global Player im internationalen Fußballgeschäft versteht, die Ware Fußball effizient zu vermarkten, indem sie unablässig ihre Geldscheffelmaschine auf Hochbetrieb halten. Ausschließlich auf Profitmaximierung bedacht, kennen sie keine moralischen Skrupel, huldigen dem schnöden Mammon und handeln mit korrupten, mit Petrodollars um sich schmeißenden Schurkenstaaten wie Katar lukrative Deals aus.

Auf diesen Zug sind UEFA und DFB längst aufgesprungen (...). An dieser Kommerzialisierung des Profifußballs wird sich nichts ändern, solange die Droge Fußball ihre faszinierende Anziehungskraft ausübt, die Massen in Scharen in die Stadien strömen und diverse, zu veritablen Werbeplattformen mutierte Sportkanäle ihre Konsumenten mit ihren Überangeboten überschwemmen. Könnte der unlängst anlässlich der unbeliebten Montagsspiele von Fangruppen praktizierte Stimmungsboykott ein erster kleiner Schritt zu einem radikalen Umdenken sein? Etwa im Sinne einer Abstimmung mit den Füßen?

Dr. Kurt-Helmut Scheidle

Aalen-Unterkochen

© Gmünder Tagespost 18.12.2018 18:03
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