Hier schreibt die KAB Unterkochen

KAB Unterkochen informiert sich über faire Handelsverträge

KAB Regionalsekretärin Maria Sinz folgte der Einladung der Unterkochener KAB ins Bischof Hefele Haus und referierte über die Position der KAB zum Thema „faire Handelsverträge“.

Hierbei ging es nicht um ein allgemeines Plädoyer gegen TTIP, CETA & Co., sondern im Speziellen um die Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Ostafrika. Seit Jahrzehnten existiert eine Partnerschaft des KAB Diözesanverbandes mit Uganda, auch daher das Interesse und Engagement für diese Region. Sorgen macht man sich um ein geplantes Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) der EU mit Ostafrika, welches bald in Kraft treten soll.

Das Prinzip der WPA beruht auf der Abschaffung von Handelsbarrieren, wie zum Beispiel Zöllen, was vordergründig fair klingt, vor allem für den schwächeren Partner allerdings auch große Risiken bringt. Das Beispiel Kamerun, mit dem die EU vor Jahren ein WPA eingegangen war, brachte Kleinbauern, die dem ungebremsten Import europäischer Lebensmittelkonzerne nichts entgegenzusetzen hatten, in große Schwierigkeiten. Folge war eine Erhöhung der dortigen Arbeitslosigkeit, durch die letztendlich Migration erzeugt wird.

Deshalb forderte Maria Sinz, dass Ostafrika einen Schutz braucht und nicht einfach der ungebremsten Wucht der Globalisierung ausgesetzt werden sollte. Nur dann könne eine vernünftige Entwicklung der dortigen Wirtschaft gelingen. Nahrungsmittel sollten nicht dem Freihandel preisgegeben, Menschen- und Arbeitnehmerrechte gestärkt und die Regeln und Gesetze in Afrika nicht ausgehebelt werden.

Die KAB fordert konkret die Überprüfung der WPA mit Ostafrika. Eine entsprechende Petition wurde zwischenzeitlich von 110.000 Menschen unterschrieben und soll in den nächsten Monaten der Bundesregierung bzw. der EU Kommission vorgelegt werden.

Mit einer angeregten Diskussion endete ein einleuchtender Vortrag, der alle Besucher zum Nachdenken anregte.

© KAB Unterkochen 13.03.2019 20:07
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