Moderne Lüftung beugt Schimmel vor

Unbehaglich Jede dritte bis vierte Wohnung in Deutschland ist oder war schon einmal von Feuchteschäden betroffen. Dies sind Einschätzungen der Fachleute des Umweltbundesamtes (UBA).
  • Foto: arc/ Marco Rothbrust Fotografie

Unangenehme Folge kann die gefürchtete Schimmelbildung sein, welche nicht nur die Gesundheit der Bewohner gefährdet, sondern auch die Bausubstanz schädigt und den Wert der Immobilie schmälert.

Kein Entweichen für Feuchte

Die zunehmende Schimmelpilzbildung in deutschen Häusern und Wohnungen ist dabei nur selten auf mangelnde Sauberkeit im Haushalt zurückzuführen, sondern hat ihre Ursache meist in den hohen energetischen Anforderungen an Immobilien, die praktisch luftdicht verpackte Gebäudehüllen fordern. Dies spart zwar Heizkosten, aber gleichzeitig kann kein Luftaustausch über kleine Undichtigkeiten in Fugen und Mauerwerk mehr stattfinden. „Die Feuchtigkeit aus der Raumluft kann nicht mehr entweichen, setzt sich beispielsweise an den Wänden ab und bietet dort ideale Nistbedingungen für Schimmelpilzsporen“, erklärt Dr. Lothar Breidenbach, Geschäftsführer Technik des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) e.V.

Schimmel breitet sich vor allem dort aus, wo keine Luft zirkuliert: hinter Schränken und Vorhängen sowie unter Wand- und Fußbodenbelägen. Erhöhte Luftfeuchte entsteht zudem beim Waschen oder Duschen. Selbst im Schlaf sondert der Mensch durchschnittlich einen halben Liter Schweiß ab – deshalb ist auch das Schlafzimmer besonders anfällig für Feuchteschäden.

Automatischer Luftaustausch

Die Feuchtigkeit aus der Raumluft kann nicht mehr entweichen.

Dr. Lothar Breidenbach
Geschäftsführer Technik BDH

Eine kontrollierte Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung führt aktiv die feuchte Luft mit ihren Schadstoffen nach außen ab. So verhindert sie die Entstehung von Bauschimmel. Die Wohnungslüftung ist inzwischen zum Standard in modernen Energieeffizienzbauten geworden. Lüftungssysteme arbeiten heute mit intelligenten Sensoren, die sofort erkennen, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt. Sie stellen somit automatisch ein ausgeglichenes Wohnklima sicher.

Auch die Energiebilanz eines Gebäudes wird durch eine automatische Lüftungslösung optimiert, da bis zu 95 Prozent der Wärme aus der Abluft zurückgewonnen und auf die Zuluft übertragen werden können. Dies führt zu verringerten Heizkosten. Menschen in feuchten oder von Schimmel befallenen Gebäuden tragen ein bis zu 75 Prozent höheres Risiko, an Allergien, Atemwegsbeschwerden oder Asthma zu erkranken. Hinzukommt der oftmals unterschätzte Wertverlust einer Immobilie durch eine zu hohe Innenraumfeuchte. Werden Feuchteschäden nicht effektiv beseitigt, kann eine Sanierung sehr teuer werden.

Stets frische Luft

Ein automatisches Lüftungskonzept ist mittlerweile Standard in allen Energieeffizienzneubauten. Moderne Lüftungsanlagen sorgen bei den luftdichten Gebäudehüllen zuverlässig und nahezu lautlos für gesunde Raumluft. Sie führen Feuchtigkeit, die beim Kochen oder Duschen unvermeidlich entsteht, konsequent nach draußen ab. Durch die stetige Frischluftzufuhr kann die Feuchte zudem nicht ins Mauerwerk eindringen. So wird Schimmelpilzen die Lebensgrundlage entzogen. Dank intelligenter Sensoren, über die immer mehr Lüftungsgeräte verfügen, nehmen die smarten Helfer das Lüften selbst in die Hand und sorgen automatisch für ein gutes Raumklima. djd

© Gmünder Tagespost 15.03.2019 16:10
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