Lesermeinung

Zum Thema Enteignung von Grundstücken für Wohnbau:

Das Verhalten der Politik bzw. deren Wähler erscheint schon paradox: Erst schaffe ich mir die Probleme u. a. durch Nullzinspolitik (das ist eine seit Jahren bestehende monetäre Enteignung durch Geldentwertung), durch massiven, millionenhaften Zuzug neuer „Mieter“ sowie einen irren Bauvorschriften-Wust (z.B. Dämmvorschriften) – und anschließend vergieße ich Krokodilstränen über den „angeblichen“ Mietwucher und die bösen, bösen Spekulanten.
Anscheinend wurde nichts aus der Vergangenheit und auch nichts aus der Gegenwart gelernt. Beispiele: ehemalige DDR, mit „vorbildlich in Schuss gehaltenem staatlichem Wohnungsbestand“ oder aktuell Beispiele staatlichen, verblendeten Handelns sozialistischer Experimente à la Venezuela.

Konkret zu Oberkochen: es wäre durchaus erheblich mehr Wohnbau und damit eine Reduktion der tausendfachen täglichen Arbeitseinpendler (wo bleibt da der Klimaschutz?) möglich, wenn nicht etwa in der Vergangenheit – ideologisch verblendet bedingt – fast alle noch möglichen Baugebiete unter „FFH- Schutz“ dem europäischen Naturschutzrecht unterstellt wurden.

Oberkochen ist eine der Gemeinden in Baden-Württemberg, die dadurch massiv im Wohnbau eingeschränkt ist.

Übrigens: In Oberkochen gibt es „noch“ modernisierte Altbauwohnungen ab ca. 6 Euro pro m² Wohnfläche (kalt) aufwärts (ab 6 Euro Altbau bis ca. 9,50 Euro im Neubau).

In Ballungszentren wären die Mieter froh, solche sehr günstigen Preise zu haben.

© Gmünder Tagespost 12.04.2019 18:59
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Kommentare

derleguan

Diese Misere rührt nicht vom "FFH-Schutz" oder den Dämmvorschriften, sondern daher, dass die Kommunen aufgrund knapper Kassen ihr "Tafelsilber", die Häuser und Wohnungen an private Verkauften, die jetzt - wie im Kapitalismus üblich - große Gewinne machen, und noch größere machen wollen.