Kommentar Günther Marx zur Debatte um eine Masern-Impfpflicht

Eingreifen erfordert

  • Unser Autor Günther Marx. Foto: Gerd Markert
Eigentlich sollten die Masern längst ausgerottet sein – und sie könnten es auch sein, wenn alle Kinder dagegen geimpft wären. Aber dem ist nicht so: eine lebensgefährliche Krankheit kehrt zurück. Auch, weil eine zeitgeistige, auf Naturheilkräfte schwörende Einstellung das Misstrauen gegen wissenschaftlich fundierte Medizin hat wachsen lassen. Es ist deshalb gut, wenn nun auch der Bund über einen Vorstoß zur Einführung einer Masern-Impfpflicht nachdenkt. Die Länder sind in der Meinungsbildung zum Teil schon weiter. Es wäre aber von Vorteil, wenn es zu einer bundeseinheitlichen Regelung käme.

Der Druck wächst, weil auch die Gefahren zunehmen. So zählt die Weltgesundheitsbehörde die mangelnde Impfbereitschaft zu den zehn größten Bedrohungen der globalen Gesundheit. Und es ist schon merkwürdig, wenn wir afrikanische Staaten wegen – auch mit dem Impfen verbundener – medizinischer Fortschritte loben, uns selbst aber Laxheiten erlauben, die die eigenen Kinder und die Kinder anderer, mit denen sie in Kitas und Schulen in Kontakt treten, gefährden. Gerade die Fremdgefährdung ist ein Aspekt, der staatliches Handeln erzwingt.
© Südwest Presse 15.04.2019 07:46
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