Börsenparkett

Erstmal keine großen Sprünge

Zum Wochenschluss zeigte der Deutsche Aktienindex Dax noch einmal Stärke und überwand die Schwelle von 12 000 Punkten. Das Umfeld für den Aktienmarkt hat sich zuletzt wieder aufgehellt. Das liegt auch an der Europäischen Zentralbank (EZB). Zinsanhebungen sind weit und breit nicht in Sicht, bis Ende des Jahres schließen das die Notenbanker aus. „Die EZB bleibt ein Freund der Aktienmärkte und der Feind der Zinssparer“, sagt Robert Halver von der Baader Bank. Bei Sparanlagen und Tagesgeld bleibt wenig bis nichts zu holen. Außerdem schütten die börsennotierten deutschen Unternehmen in diesen Wochen die Rekordsumme von 57 Milliarden Euro an Dividenden aus.

Wie es bei den Unternehmen steht, werden die Berichte für das erste Quartal zeigen, die in den nächsten Wochen vorgelegt werden. Die DZ Bank rät zur Vorsicht. Die Gewinne dürften in diesem Jahr allenfalls um 5 Prozent zulegen. „Es erscheint sinnvoll, einen Teil der bisher angestrebten Gewinne zu sichern, anstatt sich dem Preisrisiko auszusetzen“, sagt DZ Bank-Stratege Christian Kahler. Den Dax, der seit Jahresbeginn um knapp 14 Prozent zugelegt hat, sieht er bis Ende 2019 nur noch in Seitwärtsbewegung.

Commerzbanker Andreas Hürkamp sieht einige Gründe für ein Ende des kräftigen Aufwärtstrends an der Börse: den abgeschwächten Auftragseingang bei den Unternehmen, die gesenkten Gewinnprognosen bei 24 der 30 Dax-Firmen und die traditionell eher schwächeren Börsenmonate Mai bis September. Wirklich pessimistisch ist aber auch er nicht. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 15.04.2019 07:46
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