Lesermeinung

Zum Artikel „Demo für die Nordtangente“ vom 13. April

Es mag für Außenstehende nachvollziehbar sein, wenn die Ebnater auf „ihre“ Nordumfahrung drängen, zumal sie seit Jahren versprochen wird. Für mich aber, als direkter Anwohner an der Steige in Unterkochen, sind viele der Parolen nicht verständlich und nicht nachvollziehbar. Wenn Bürgermeister Steidle von „leidgeprüften Ebnatern“ spricht, frage ich mich, ob er und viele Demonstrierende überhaupt wissen, dass die Ebnater Jurastraße in westlicher Richtung in Unterkochen mündet? Über die L 1048 an der Schützen-Kreuzung angekommen, hat man zwei Möglichkeiten, um in südliche und nördliche Richtung durch den Ort zu fahren – und, ja, auch hier wohnen Familien mit Kindern.

Ein geplanter Albaufstieg mit einem Kreisverkehr beim Schützen würde die Situation, wenn überhaupt, nur im Bereich des Aufstiegs verbessern. Für ganz Unterkochen, speziell aber für die Bewohner der Talachse – der Heidenheimer Straße – würde sich die Situation nur verschlechtern. Bei der aktuellen Straßenführung des Südzubringers ist die Ebnater Bevölkerung zwar Belastungen ausgesetzt, aber mindestens im gleichen Maße werden die Unterkochener durch den Albaufstieg belästigt, vor allem durch Pendler die vom Härtsfeld Richtung Oberkochen müssen.

Es stellt sich also für mich die Frage, ob es gerechtfertigt ist, in Ebnat für eine Nordtangente zu protestieren, selbst aber täglich durch Unterkochen in südliche oder nördliche Richtung zu fahren? Die geplante Trassenführung um Ebnat herum, würde zwar den Verkehr heraushalten, aber gleichzeitig ein noch höheres Verkehrsaufkommen durch Unterkochen bringen. Vielmehr müssen doch Lösungen verfolgt werden, die alle zufrieden stellen können und in der Vergangenheit bereits im Gespräch waren, denn: Auch wir leben jetzt!

© Gmünder Tagespost 15.04.2019 20:03
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