Lesermeinung

Zum Thema Lärmbelästigung und Sportstätten

Seit längerer Zeit macht sich nicht nur bei bedeutenden Spielen des FC Normannia sondern auch bei jedem kleinen Spiel der Jugend ein einzelner, übereifriger Normannia-Fan lautstark bemerkbar. Mit Trommel, Trompete und Megafon reist er an und beschallt mit seinem monotonen Gebrüll und Gewetter die ganze Gegend. Besonders am Sonntagen macht es dem wildgewordenen Guggenmusiker wohl besonderen Spaß, von halb zehn morgens bis in den Nachmittag hinein sein Unwesen zu treiben.
Ihm selbst ist seine Ruhestörung wohl bewusst. Er beruft sich auf die Sportstätte. Polizei, Stadtverwaltung, Bauverein – als Vermieter der angrenzenden Wohnungen – und die Vereinsführung ergeben sich machtlos den Gegebenheiten. Die Vereinsleitung lässt lediglich verlauten, der Krakeler habe „nicht alle Schrauben fest“ und ich solle das Problem selbst angehen.
Ist das das Ende der geregelten Ordnung und ein Aufruf zur Anarchie? Hat es denn ein Oberligaverein nötig, solch einem eine Bühne zur Selbstdarstellung zu bieten, um dadurch Ansporn zu bekommen? Und dieses unter dem Deckmantel einer der größten Krankenkassen Deutschlands, die propagieren: „Lärm macht krank!“ Wie schräg ist das denn? Gibt es denn nur noch Schauspieler und Statisten? Da kann ich nur rufen : „Bürger, hört ihr die Signale?“

© Gmünder Tagespost 16.04.2019 18:03
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