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Anfeindungen nach Einhorn-Auftritt schwer erträglich

Aus meiner Sicht war der Auftritt der 'boddi-bepänteten' Stadträtin bei dieser Veranstaltung unüberlegt - um es höflich auszudrücken - und vielleicht von einer Art 'jugendlichem Überschwang' verursacht. Body Art hat ihren Sinn und ist dann nicht missverständlich, wenn es eben eine Veranstaltung zur Body Art ist. Body Art in einer ganz anderen Umgebung ist schwierig, es ist beispielsweise vermutlich in den meisten Fällen auch unpassend, bei einer Beerdigung im Clownskostüm zu erscheinen.

Das Bild in der Lokalpresse, das 'Einhorn' umgeben von vier alten Männern, gibt allerdings zu mancherlei Gedanken Anlass, mir kam da spontan ein Bild aus der griechischen Mythologie in den Sinn.

Das aus meiner Sicht eigentliche Problem wird jedoch fast nicht angesprochen, es ist die Aussage unseres OB, dass in Gmünd 'die Stadträtinnen' so aussähen, ich hatte eigentlich einen sofortigen, gemeinsamen, lauten und eindeutigen Widerspruch der weiblichen Stadträte erwartet, eine verbale Ohrfeige, auch in dem Zusammenhang mit der Aussage, dass Einhörner 'nackt ... ein Zeichen von Mut und Offenheit' seien.

Diese verbale Entgleisung des OB passt allerdings zu der in der Tagespresse kolportierten Aussage, dass der Kabarettist Dieter Nuhr nach dem Besuch einer Stadtratssitzung genügend Stoff habe - und ob so beabsichtigt oder nicht, der ortsfremde Herr Nuhr hat es dem OB in passender Münze zurückgegeben - der Stadtrat in seiner Gesamtheit jedoch nicht.

© In my humble opinion 14.05.2019 17:10
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Kommentare

Saitenschuft

Was für eine Aufregung wegen einer solchen Nichtigkeit.

Zu Erinnerung: Es war keine Beerdingung und es war kein Clownskostüm auf einer Beerdigung. Wenn schon Vergleiche gezogen werden, dann sollte man doch auch sinnvoll vergleichen.

Wenn hier unterschwellig auf eine - zugegebenermaßen nicht wörtlich genannte - sexistische Entgleisung angespielt wird, dann findet diese im Kopf desjenigen statt, der diese Gedanken hegt.

Fakt ist, dass es sich bei dem "Einhorn" um ein Kunstwerk handelt und dass - womit man vielleicht gar nicht so gerechnet hat - die Remstal-Gartenschau eine große Aufmerksamkeit res. Werbung erhalten hat.

Auch schlechte Werbung ist Werbung :-)

Ob diese Inszenierung nun sinnvoll oder weniger sinnvoll war kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es nur wieder bezeichnend, dass sich die Boulevardpresse (z.B. BILD) drauf stürzt, wie die Fliegen auf einen Kothaufen. Die Remstal-Gartenschau wäre ohne dieses Ereignis keiner Erwähnung wert gewesen.

In my humble opinion

Saitenschuft schrieb am 15.05.2019 um 09:49

Was für eine Aufregung wegen einer solchen Nichtigkeit.

Zu Erinnerung: Es war keine Beerdingung und es war kein Clownskostüm auf einer Beerdigung. Wenn schon Vergleiche gezogen werden, dann sollte man doch auch sinnvoll vergleichen.

Wenn hier unterschwellig auf eine - zugegebenermaßen nicht wörtlich genannte - sexistische Entgleisung angespielt wird, dann findet diese im Kopf desjenigen statt, der diese Gedanken hegt.

Fakt ist, dass es sich bei dem "Einhorn" um ein Kunstwerk handelt und dass - womit man vielleicht gar nicht so gerechnet hat - die Remstal-Gartenschau eine große Aufmerksamkeit res. Werbung erhalten hat.

Auch schlechte Werbung ist Werbung :-)

Ob diese Inszenierung nun sinnvoll oder weniger sinnvoll war kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es nur wieder bezeichnend, dass sich die Boulevardpresse (z.B. BILD) drauf stürzt, wie die Fliegen auf einen Kothaufen. Die Remstal-Gartenschau wäre ohne dieses Ereignis keiner Erwähnung wert gewesen.

Sie haben wohl den Vergleichspunkt - ich habe die Gartenschaueröffnungsveranstaltung weder mit einer Beerdigung verglichen, noch die Körperbemalung mit einem Clownskostüm - nicht ganz verstanden, ich habe verglichen, dass es in unserem Kulturkreis sowohl unpassend erscheint, in einem Clownskostüm an einer Beerdigung teilzunehmen ( Ausnahme: Der Tote im Sarg ist ein Clown und hat es sich zu Lebzeiten so gewünscht ), wie es auch in unserem Kulturkreis ( bisher ) als unpassend erscheint, bei einer Gartenschaueröffnungsveranstaltung als bemalte Frau im Schlüpfer als einziger Bekleidung inmitten vierer älterer bekleideter Herren zu erscheinen.
Aber das ist nicht der Hauptpunkt, sondern die Äußerungen des OB bezüglich des Erscheinungsbildes der Stadt- und Kreisrätinnen und des Angebots an den Comedian Dieter Nuhr, aus einer Stadtratssitzung für seine Unterhaltungsprogramme zu schöpfen. Ich warte eigentlich immer noch auf eine gemeinsame Zurückweisung aller -rätinnen in Bezug auf deren vermeintliches Erscheinungsbild und auf die Zurückweisung des gesamten Stadtrats in Bezug auf die Unterstellung, dass eine Stadtratssitzung eine Comedy-Veranstaltung sein könnte.
Und was den "Werbeeffekt" angeht - nun, ich denke nicht, dass unser OB Werbung um jeden Preis machen würde, was denken Sie?