Leserbeiträge

Bezahlbarer Wohnraum, nur eine Wahlkampf-Floskel?

Schwäbisch Gmünd ist nicht Stuttgart. Aber bezahlbare Wohnungen sind auch bei uns knapp. In Wahlkampfzeiten versprechen nun wieder alle Parteien, dass sie sich „nach der Wahl“ für mehr bezahlbaren Wohnraum einsetzen werden. Weshalb wurde bisher nicht gehandelt? Ein Schelm, wer dabei böses denkt! Wie es parteiübergreifend und ohne große Showeinlagen funktionieren kann, machen uns die Aalener vor. Um den Wohnungsmarkt zu entlasten, hat die Stadt das "Aalener Modell" zur Wohnraumförderung beschlossen. Profitieren sollen Haushalte, mit geringen und mittleren Einkommen. Die Idee dahinter ist einfach. Die Stadt gewährt einen Baukostenzuschuss in Höhe von 180 Euro pro Quadratmeter, wenn ein Bauträger auf seinem Grundstück mietpreisgebundenen Wohnraum schafft. Die Kaltmiete für den geförderten Wohnraum muss dafür 33 Prozent unter der ortsüblichen Miete für Neubauwohnungen liegen. So gilt in allen Neubauprojekten künftig die Faustformel „50 + 25 + 25“. Zur Refinanzierung sollen 50 Prozent der Wohneinheiten verkauft werden, 25 Prozent bleiben im eigenen Bestand für mittleres Preisniveau und 25 Prozent werden Sozialmietwohnungen. Zusammenfassend kann man Aalen zu diesem erfolgreichen Konzept nur gratulieren und hoffen, dass sich die Gmünder daran ein Beispiel nehmen. Für eine andere Prioritätensetzung im Gemeinderat, braucht es aber auch andere Mehrheitsverhältnisse. Die Bürger haben es daher am 26. Mai selbst in der Hand. Weiterhin Showeinlagen oder mehr politische Inhalte, wie die Schaffung bezahlbarer Wohnungen?

© Alexander Relea-Linder 16.05.2019 20:08
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