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Kohleausstieg mit Kerosinsteuer finanzieren

Wo fliegen Sie an Pfingsten oder im Sommer in Urlaub? Unser Blick ist auf touristisch lohnenswerte Ziele und Events gerichtet. Wir begeistern uns für Hotspots und „places to see before you die“. Land und Leute, das war gestern. Billigflieger, Kreuzfahrtschiffe und Regierungen, die das Billigfliegerangebot auf Kosten der Steuerzahler und der Umwelt aufrechterhalten helfen dabei. Ein Flug ins überstrapazierte Amsterdam kostet manchmal nur 30€, so viel wie ein Mittagessen und ein Wein dort. Weltweit steigen jährlich ca. 4 Milliarden Menschen in ein Flugzeug. Ständig schwirrt eine Flotte von über 22 000 Flugzeugen rund um die Erde.
Bei einer Flugreise von München nach Sydney und zurück emittiert eine Person 10 935 Kilo CO². Die Pro-Kopf-Jahresemission in Indien beträgt 1600 Kilo CO². Das Klimaverträgliche Jahresbudget einer Person liegt bei 2300 Kilo CO². Ein Jahr Auto fahren mit einem Mittelklassewagen verursacht 2000 kg CO². Ergo für eine Flugreise nach Sydney pro Person könnten 5,5 Personen ein Jahr Auto fahren. (Quelle: Atmosfair)
Trotz Dauerdiskussion über Klimaschäden, die das Fliegen mit sich bringt. Unsere Wahrnehmung ist scheinbar alternativlos. Die Besteuerung von Flugbenzin ist ein "no go"., weil alle Welt immer mehr fliegt. Sie steht auf keiner politischen Agenda mehr. Seit 2005 könnte die BRD rechtlich, Kerosin für Inlandsflüge besteuern. Ca. Eine Milliarde Euro für den Fiskus! Die Niederlande und Norwegen führten diese Steuer ein. Die Schweiz und Belgien wollen eine CO² Steuer oder Abgabe einführen.
Es wäre allerhöchste Zeit einmal darüber nachzudenken, ob es in der BRD bis in alle Zukunft so sein muss, dass Menschen auf kosten der Steuerzahler, Flughafenbediensteter und der Umwelt manchmal mehrmals im Jahr in Urlaub fliegen.  

© derleguan 07.06.2019 16:23
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